Die Studie zeigt, dass 74 % der KMU unnötigerweise Risiken ausgesetzt sind, weil sie nicht ausreichend versichert sind, um häufige Vorfälle abzudecken. Die Analyse basiert auf den Antworten von 6 250 Unternehmenseigentümern im Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland, Spanien und Portugal und erfolgt vor dem Hintergrund zunehmend komplexer und unvorhersehbarer Risiken.

Obwohl sie etwa die Hälfte der Weltwirtschaft ausmachen, zeigen sich die KMU sehr besorgt über die Risiken, denen sie ausgesetzt sind. Dem Bericht zufolge geben 92 % der Unternehmer zu, dass potenzielle Bedrohungen für ihr Unternehmen eine Quelle der Besorgnis sind. Diebstahl oder Sachbeschädigung, Cyberangriffe und Unfälle oder Probleme am Arbeitsplatz sind dabei die größten Sorgen.

Dennoch weist mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen erhebliche Defizite bei ihrem Schutz auf. Rund 55 % verfügen nicht über die notwendigen Versicherungen wie allgemeine Haftpflicht, Berufshaftpflicht, Sachversicherung oder Arbeitgeberhaftpflicht, so dass sie anfällig für kostspielige Ansprüche, Klagen und Entschädigungen für Personen- oder Sachschäden sind.

Der Bericht stellt auch einen weit verbreiteten Mangel an Versicherungskompetenz fest.

Fast zwei Drittel der Unternehmenseigentümer können nicht richtig erklären, was die allgemeine Haftpflichtversicherung abdeckt, ein Prozentsatz, der bei der Cyberversicherung auf 77 % und bei der Berufshaftpflichtversicherung auf 80 % ansteigt.

Eine weitere wichtige Erkenntnis betrifft die fehlende Aktualisierung der Versicherungspolicen. Etwa ein Drittel der KMU hat seine Versicherungspolicen seit mehr als drei Jahren nicht mehr überprüft, was zu einer Unterversicherung führen kann, wenn der Umsatz oder die Zahl der Beschäftigten steigt oder die Tätigkeit ausgeweitet wird.

Darüber hinaus schieben viele Unternehmer den Abschluss einer Versicherung auf: 24 % tun dies erst, wenn sie beginnen, Gewinne zu erwirtschaften, und 23 % erst, wenn sie beginnen, sich dem Unternehmen in Vollzeit zu widmen.

Angesichts dieses Szenarios empfiehlt Hiscox den KMU, einen strukturierteren Ansatz für das Risikomanagement zu wählen, der mit der Ermittlung der wichtigsten betrieblichen, finanziellen, rechtlichen und Cyber-Risiken beginnt. Der Versicherer rät außerdem zu einer regelmäßigen Überprüfung des Versicherungsschutzes, idealerweise jährlich oder immer dann, wenn das Unternehmen ein erhebliches Wachstum verzeichnet, sowie zu einer sorgfältigen Analyse der Versicherungsgrenzen, die sich in Situationen mit größeren finanziellen Auswirkungen oft als unzureichend erweisen.

Nach Ansicht des Versicherers bestätigt der Bericht das Vorhandensein einer echten Schutzlücke im Unternehmenssektor und unterstreicht die Rolle der Versicherung als Schlüsselelement für die Stabilität und Nachhaltigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in einem besonders anspruchsvollen wirtschaftlichen Kontext.