Die Kommission erklärt, dass sie die Medienberichte verfolgt und bestätigt, dass sie mit Portugal und anderen Mitgliedstaaten in Bezug auf das Einreise-/Ausreisesystem (EES) in Kontakt steht. Sie betont, dass Verzögerungen oft auf Faktoren zurückzuführen sind, die nichts mit dem EES zu tun haben.

Laut Brüssel ist dies auch in diesem Fall der Fall".

In Kontakt mit Portugal

"Die Kommission wird mit Portugal in dieser Angelegenheit in Kontakt bleiben und weiterhin die notwendige Unterstützung leisten. Die Herausforderungen, mit denen Portugal konfrontiert ist - einschließlich längerer Wartezeiten - stehen in keinem Zusammenhang mit Problemen mit dem Funktionieren des Einreise-/Ausreisesystems", betont die Institution.

Die an Lusa übermittelten Daten der Kommission zeigen, dass die Erstregistrierung in den meisten Mitgliedstaaten durchschnittlich etwas mehr als eine Minute dauert.

Ausnahmesituationen werden im Einklang mit den in den EU-Rechtsvorschriften festgelegten Verfahren gelöst. Die Mitgliedstaaten müssen für die korrekte Umsetzung des EES sorgen; die Kommission wird sie dabei weiterhin unterstützen.

Erfasste Eingaben

Seit Oktober 2025 wurden in diesem neuen System fast 66 Millionen Ein- und Ausreisen sowie über 32.000 Einreiseverweigerungen erfasst, von denen mehr als 800 Personen als Bedrohung für die Sicherheit der EU identifiziert wurden.

Das EES ist ein digitales System zur elektronischen Erfassung der Ein- und Ausreise von Drittstaatsangehörigen in den Schengener Freizügigkeitsraum, das den manuellen Passstempel durch biometrische und digitale Daten ersetzt.

Es gibt Bestimmungen, die es den Mitgliedstaaten erlauben, bei technischen Systemausfällen vorübergehend auf alternative Verfahren zurückzugreifen - einschließlich der manuellen Registrierung und des Passstempels -, bis der normale Betrieb wiederhergestellt ist.

In seiner Antwort auf Lusa betont Brüssel, dass "die Mitgliedstaaten einen reibungslosen Grenzübertritt auch durch den Einsatz einer angemessenen Anzahl von Grenzschutzbeamten und automatisierter Lösungen - wie Selbstbedienungskioske und elektronische Tore (E-Gates) - sowie durch die Nutzung der Vorregistrierungsanwendung 'Travel to Europe' gewährleisten müssen".

"Dies ist besonders wichtig an Grenzübergängen mit hohem Verkehrsaufkommen", heißt es abschließend.

Diese Reaktion erfolgt vor dem Hintergrund von Berichten über lange Warteschlangen an den Flughäfen in Lissabon, Porto und Faro.

Verstärkung des Personals

Am 18. Mai wurde bekannt gegeben, dass die Polizei für öffentliche Sicherheit (PSP) die portugiesischen Flughäfen im Juli mit 360 zusätzlichen Beamten verstärken wird, um die Wartezeiten für Passagiere, die von außerhalb des Schengen-Raums ankommen, zu verkürzen.

Der Schengen-Raum ist das meistbesuchte Reiseziel der Welt, denn 40 % des gesamten internationalen Reiseverkehrs erfolgt über seine Außengrenzen.

Das neue europäische Grenzkontrollsystem wurde im Oktober 2025 in Portugal und den anderen Ländern des Schengen-Raums in Betrieb genommen. Seitdem haben sich die Wartezeiten an den Luftgrenzen verschlechtert, insbesondere am Flughafen Lissabon, wo die Passagiere manchmal mehrere Stunden warten müssen.

Überraschende Inspektion

Im Dezember 2025 führte die Europäische Kommission eine unangekündigte Inspektion der portugiesischen Luft- und Seegrenzen durch und stellte "schwerwiegende Mängel" bei der Grenzkontrolle fest, insbesondere am Flughafen Humberto Delgado.

Im Abschlussbericht wurden 14 kritische Mängel in Bezug auf Personal, Ausrüstung und die systematische Vereinfachung der Sicherheitsverfahren aufgezeigt.