Nach Angaben des portugiesischen Verbands für Investmentfonds, Altersvorsorge und Vermögensverwaltung (APFIPP) haben Anleger zwischen Januar und Mai dieses Jahres insgesamt 94,7 Millionen Euro aus diesen Finanzprodukten zurückgezogen.

Diese Zahl ist besonders bemerkenswert, da sie mehr als doppelt so hoch ist wie die 45,3 Millionen Euro, die im gesamten Jahr 2025 abgezogen wurden.

Diese starke Zunahme der Kapitalabflüsse fällt mit der parlamentarischen Debatte und dem anschließenden Inkrafttreten neuer Änderungen des Staatsangehörigkeitsgesetzes zusammen. Nach Ansicht von Analysten des Finanzsektors wurden durch die Gesetzgebung die Anforderungen für Inhaber eines „Golden Visa“ bei der Beantragung der portugiesischen Staatsbürgerschaft erheblich verschärft.

Dieser neue Rechtsrahmen löste eine Vertrauenskrise auf den internationalen Märkten aus und durchbrach das historische Muster in diesem Nischensegment, in dem die monatlichen Rücknahmen selten die 5-Millionen-Euro-Marke überschritten.

Die Situation änderte sich im Januar dieses Jahres schlagartig, als die Desinvestitionen auf 20 Millionen Euro anstiegen und seitdem auf diesem Niveau geblieben sind.

Auch das Anlegerverhalten zeigt eine deutliche Umkehr des im Vorjahr zu beobachtenden Trends. Berichten der APFIPP zufolge gingen die Neuzugänge bei diesen Fonds in den ersten fünf Monaten des Jahres stark zurück.

Dieser Rückgang folgt auf einen massiven „Ansturm“ auf die Fonds im Laufe des Jahres 2025, als viele ausländische Anleger sich beeilten, Kapital zu binden, in der Hoffnung, dass künftige Gesetze die Rechte und Fristen derjenigen sichern würden, die bereits aktive Investitionen im Land hielten. Als das neue Staatsangehörigkeitsgesetz nicht den erwarteten Schutz bot, reagierte der Markt mit einer Welle von Rücknahmeaufträgen und einer Umleitung von Kapital in andere Anlageziele.