Daten des portugiesischen Verbands für Investmentfonds, Altersvorsorge und Vermögensverwaltung (APFIPP) zeigen, dass Anleger zwischen Januar und Mai 2026 94,7 Millionen Euro aus den „Golden Visa“-Fonds in Portugal abgezogen haben, während bis Mai Mittel in Höhe von 283 Millionen Euro zugeführt wurden – fast das Dreifache der Rücknahmen.

Rekord für das „Golden Visa“

Im Jahr 2025 erreichten die ausländischen Investitionen für das „Golden Visa“ in Portugal Rekordwerte. Im vergangenen Jahr erreichten die ausländischen Investitionen in portugiesische „Golden Visa“-Fonds einen Rekordwert von 732 Millionen Euro. Diese Entwicklung lässt sich möglicherweise dadurch erklären, dass das Staatsangehörigkeitsgesetz bereits diskutiert wurde, was zu höheren Investitionen seitens derjenigen führte, die sich für Portugal nicht nur als Wohnort, sondern auch als Standort für Investitionen in die nationale Wirtschaft entschieden hatten.

Angesichts dieser Daten spiegeln die dargestellten Rücknahmen möglicherweise keinen nachlassenden Interesse an Investitionen in Portugal wider, sondern vielmehr eine verspätete Reaktion auf die Regelung, die am 19. Mai 2026 in Kraft trat.

Portugal zieht nach wie vor ausländische Investoren an

Gegenüber „The Portugal News“ erklärte Paul Stannard, CEO von Portugal Pathways – einem Unternehmen, das internationale Investoren und Familien bei der Suche nach einem Leben, einem Aufenthaltsrecht und Investitionsmöglichkeiten in Portugal unterstützt –, dass „es Anfang dieses Jahres zu einer Verlangsamung kam und einige Familien zu Recht wollten, dass das ursprüngliche Versprechen für diejenigen eingehalten wird, die aufgrund von Verzögerungen bei den biometrischen Terminen durch die AIMA gewartet hatten.“ Dennoch stößt das portugiesische Golden Visa laut Paul nach wie vor auf „großes Interesse bei Investoren, da es internationalen Familien echte Flexibilität und eine minimale Aufenthaltspflicht von nur 7 Tagen pro Jahr bietet, ohne dass ein Wechsel der Steuerhoheit erforderlich ist“.

Stannard bezeichnet das portugiesische Golden Visa sogar als „Europas flexibelsten Weg zur Aufenthaltsgenehmigung durch Investitionen“. Im Vergleich zu Ländern wie Italien „bedeutet der vergleichbare Pauschalsteuerweg 300.000 € pro Jahr sowie die Erlangung des Steuerwohnsitzes – 183 Tage im Land“. Im Falle Griechenlands „bedeutet der vergleichbare Pauschalsteuerweg 300.000 € pro Jahr sowie die Erlangung des Steuerwohnsitzes – 183 Tage im Land“.

In Portugal hingegen ist es laut dem CEO von Portugal Pathways weiterhin möglich, „nach fünf Jahren eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen und nach dem neuen Staatsangehörigkeitsgesetz nach zehn Jahren (sieben Jahren für EU- und CPLP-Staatsangehörige) die Staatsbürgerschaft zu erwerben, sofern die entsprechenden Kriterien erfüllt sind.“