Die Studie mit dem Titel "Familienerfahrungen während der Lebenshaltungskostenkrise - Kinderperspektiven zu den Auswirkungen auf das Wohlbefinden" befasst sich mit den wirtschaftlichen Herausforderungen seit 2020, die durch die gestiegenen Energie- und Lebensmittelkosten und den Inflationsdruck gekennzeichnet sind und durch die Invasion in der Ukraine noch verschärft wurden.
Bei einer Stichprobe von 236 Kindern mit einem Durchschnittsalter von etwa 15 Jahren aus zehn Schulen in fünf Gemeinden des Bezirks Coimbra hatten 83 % von der Krise gehört, so der Koordinator der Studie, Manuel Menezes.
"Dies widerspricht den Behauptungen, dass Kinder entfremdet sind und über ein geringes Finanz- und Wirtschaftswissen verfügen. Unsere Studie hat eindeutig gezeigt, dass sie ein hohes Maß an Bewusstsein und wirtschaftlicher Bildung haben", erklärte er.
Die meisten der Kinder, die an der vom EAPN-Portugal (Europäisches Netzwerk zur Bekämpfung der Armut) geförderten Studie teilgenommen haben, sind Portugiesen, aber es gibt auch Kinder anderer Nationalitäten, wie Brasilianer und Franzosen.
Dem Koordinator zufolge ist die Gruppe "relativ privilegiert, was das Bildungskapital, das soziale Kapital und das Vermögen angeht", aber diese Merkmale "verhindern nicht die Feststellung einiger Anzeichen von Gefährdung, die in bestimmten Segmenten fortbestehen".
Manuel Menezes wies darauf hin, dass "die meisten nicht von reduzierten Ausgaben berichten", aber es gibt einige Indikatoren: 10,3 % berichten über Schwierigkeiten bei der Bezahlung von Strom und 20,8 % über Verzögerungen bei der Zahlung von Mieten oder Hypotheken.
"Diese geringere Darstellung der materiellen Auswirkungen kann nicht zu dem Schluss führen, dass die Auswirkungen nicht signifikant waren. Sie kann auch als Resilienz der Familien interpretiert werden", sagte er.
"Generationsbedingte Ängste"
Die Stichprobe deutet auch auf eine "Generationsangst" hin, wobei die Kinder "erhebliche Sorgen" um ihre Zukunft haben. "Mehr als 50 % unserer Kinder zeigten diese Angst, Ängste in Bezug auf wirtschaftliche und finanzielle Fragen sowie Ängste vor Krankheit und Tod", erklärte der Koordinator, für den die psychosoziale Unterstützung ein Thema ist, das in Betracht gezogen werden muss.
Die Untersuchung zeigt, dass die Kinder "nach finanzieller Stabilität streben", aber 18 % gaben ihrer eigenen Gesundheit und der ihrer Familie den Vorrang. 13 % der Kinder machen sich Gedanken über globale Probleme, was nach Ansicht des Professors von "emotionaler und staatsbürgerlicher Reife" zeugt.
Für Manuel Menezes hinterlässt die Studie die Botschaft, dass Kindern zuzuhören "ein ethischer Imperativ" und ein "wesentliches Instrument, das das Verständnis verschiedener sozialer Phänomene bereichert" ist.
"Die Art und Weise, wie sie ihr Wohlergehen und das ihrer Familien wahrnehmen, ist ein Barometer für die Gesundheit und den Zusammenhalt unserer Gesellschaften. Wir dürfen diese Tatsache nicht herunterspielen.






