Nach Angaben der Kommunalverwaltung, die im Bezirk Aveiro und im Großraum Porto ansässig ist, wurde die Maßnahme während einer Sitzung des Gemeinderats (bestehend aus sieben Mitgliedern der PSD, drei der PS und einem von Chega) einstimmig beschlossen. Die Mittel werden vor Ort von Cáritas und Oikos verteilt, den von der portugiesischen Regierung als für die ordnungsgemäße Verwaltung solcher Mittel geeignet benannten Institutionen.

„Wir stehen dem venezolanischen Volk sowie den in Venezuela lebenden Portugiesen und Einwohnern von Feira zur Seite“, erklärt Amadeu Albergaria, der Bürgermeister von Feira. „Unsere Gedanken sind bei Venezuela, und seit dem Eintreffen der traurigen Nachricht vom Erdbeben stehen wir in ständigem Kontakt mit unserer dortigen Gemeinschaft“, betont der Bürgermeister.

Die Verbindung von Feira zu Venezuela hat vor allem historische und kulturelle Wurzeln: Mitte des 20. Jahrhunderts war das Land ein wichtiges Ziel für Auswanderer aus Santa Maria da Feira. Seitdem pflegt die Gemeinschaft der aus Feira stammenden Menschen und ihrer Nachkommen auf venezolanischem Boden weiterhin die Traditionen ihrer Heimatgemeinde – vor allem durch die Nachahmung der jährlichen *Festa das Fogaceiras* (Fest der *Fogaceiras*) jenseits des Atlantiks. Dieses Fest, das am Stadtfeiertag von Feira stattfindet, erfüllt ein jahrhundertealtes religiöses Gelübde an den Heiligen Sebastian, bei dem *Fogaças* (traditionelle süße Brote) als Opfergabe dargebracht werden, um Schutz vor der Pest zu erlangen.

„Die Gemeinschaft von Santa Maria da Feira in Venezuela ist eine der größten portugiesischen Gemeinschaften des Landes; da sie ihre Wurzeln nie vergessen und nie aufgehört hat, unsere Kultur zu feiern, muss sie in dieser für sie schwierigsten Zeit seit ihrer Ansiedlung dort auf unsere Unterstützung zählen können“, erklärt Amadeu Albergaria.

Nach Angaben des United States Geological Survey ereigneten sich die beiden am 24. Juni in Venezuela registrierten Erdbeben im Abstand von weniger als einer Minute, etwa 200 Kilometer von Caracas entfernt; sie erreichten eine Stärke von 7,2 bzw. 7,5 auf der Richterskala und wurden von Hunderten von Nachbeben gefolgt.

Den neuesten offiziellen Zahlen zufolge forderten diese Erdbeben mindestens 16.740 Verletzte und 5.546 Todesopfer. Unter den Todesopfern befinden sich mindestens 133 portugiesische Staatsangehörige und Personen portugiesischer Herkunft, während weitere 21 Menschen derselben Herkunft weiterhin vermisst werden.

Portugal gehörte zu mehreren Ländern der Europäischen Union, die Such- und Rettungsteams nach Venezuela entsandten, um bei den Einsätzen zur Lokalisierung und Bergung von Menschen und Tieren aus den Trümmern zu helfen.