In einer Erklärung, in der er seine Solidarität mit dem kolumbianischen Volk, den Opfern und deren Familien zum Ausdruck bringt, betont der Ärzteverband (OM), wie wichtig es ist, die Kapazitäten Portugals im Falle eines ähnlichen Notfalls zu kennen.
Die Aufrechterhaltung von Dienstleistungen wie der Notstromversorgung, der Kommunikation, der Wasser- und Sauerstoffversorgung, der Versorgung mit Medikamenten und Blut sowie der Informationssysteme und Evakuierungswege wird als entscheidend bezeichnet, ebenso wie die Aufrechterhaltung des Betriebs von Notaufnahmen und Intensivstationen.
In der offiziellen Erklärung sagt Carlos Cortes, Präsident der Portugiesischen Ärztekammer: „Die Vorbereitung unserer Krankenhäuser darauf, auch unter den widrigsten Umständen weiterhin Versorgung zu leisten, ist eine Frage der Patientensicherheit und eine Verantwortung des Staates.“
Er führt weiter aus: „Portugal ist ein Land, das von seismischer Aktivität bedroht ist, und muss sicherstellen, dass seine Krankenhäuser als kritische Infrastruktur gerade dann versorgungsfähig bleiben, wenn die Bevölkerung sie am dringendsten benötigt.“
Die Ärztekammer betont die Notwendigkeit einer landesweiten Bewertung der Widerstandsfähigkeit der Krankenhäuser, an der Gesundheitsbehörden, der Zivilschutz, das Nationale Institut für medizinische Notfälle (INEM), Krankenhauseinrichtungen, medizinisches Fachpersonal sowie Spezialisten aus den relevanten technischen Bereichen beteiligt sein sollten.
Cortes fügt hinzu, dass diese Bewertung etwaige Schwachstellen im System aufdecken, Investitionsprioritäten festlegen und wirksame Pläne für die Kontinuität der Versorgung gewährleisten sollte.
„Sie sollte von regelmäßigen Übungen begleitet werden, die unter realitätsnahen Bedingungen die Koordination zwischen Krankenhäusern, präklinischen Rettungsdiensten, der Feuerwehr, dem Zivilschutz und anderen beteiligten Stellen testen“, argumentiert er.
Im April veröffentlichte Berichte zeigten, dass das neue Ost-Lissabon-Krankenhaus in Marvila, das derzeit gebaut wird und künftig sieben Krankenhäuser im Stadtzentrum ersetzen soll, nur in einem seiner drei Gebäude über eine grundlegende seismische Isolierung verfügt.
Eine prospektive Risikobewertung von FUNDEC, einem am Instituto Superior Técnico (IST) gegründeten Verein, die der Regierung vor vier Jahren vorgelegt und von TVI sowie der Zeitung „Sol“ veröffentlicht wurde, ergab, dass mehrere öffentliche Krankenhäuser in Lissabon und an der Algarve im Falle eines schweren Erdbebens nicht in der Lage wären, Opfern Hilfe zu leisten, berichtet Lusa.








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