Mehr als ein Jahrzehnt nach seiner Einführung gehört das Programm nach wie vor zu den etablierteren Möglichkeiten in Europa, durch Investitionen eine Aufenthaltsgenehmigung zu erwerben – allerdings hängt seine Eignung, wie bei jeder wichtigen familiären Entscheidung, stark von den individuellen Umständen ab.
Was das Programm konkret bietet
Das portugiesische „Golden Visa“ ist ein Programm zur Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung durch Investitionen, das für berechtigte Staatsangehörige aus Nicht-EU-, Nicht-EWR- und Nicht-Schweizer-Ländern konzipiert ist, die eine nach portugiesischem Recht qualifizierte Investition tätigen.
Zu den derzeit zulässigen Möglichkeiten gehören die Zeichnung von Anteilen im Wert von mindestens 500.000 € an einem regulierten Investmentfonds, eine Kapitalinvestition von mindestens 500.000 € durch die Gründung eines Unternehmens oder die Investition in ein bestehendes portugiesisches Unternehmen sowie eine Spende in Höhe von mindestens 250.000 € für kulturelle, künstlerische oder Denkmalschutzprojekte.
Die Zulassungskategorien und Schwellenwerte entsprechen den aktuellen Vorschriften und können sich ändern; daher sollte jeder, der diesen Weg in Betracht zieht, sich vor dem weiteren Vorgehen über den aktuellen Stand informieren.
Insbesondere gilt der Erwerb von Immobilien seit 2023 nicht mehr als Investitionsweg – ein Punkt, der besonders hervorzuheben ist, da die Programme einiger anderer Länder, darunter auch das griechische, weiterhin immobilienbasierte Optionen anbieten. Die Verwechslung dieser beiden Aspekte ist nach wie vor eine häufige Quelle von Verwirrung.
Einbeziehung von Familienangehörigen – wird geprüft, erfolgt nicht automatisch
Eine qualifizierende Investition kann auf die gesamte Familie ausgedehnt werden, wobei die Einbeziehung jedoch niemals automatisch erfolgt.
Berechtigte Familienangehörige werden in der Regel individuell geprüft und können den Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner des Hauptantragstellers, unterhaltsberechtigte Kinder (einschließlich solcher, die sich in Vollzeitausbildung befinden, bis zum Alter von etwa 26 Jahren) sowie unterhaltsberechtigte Eltern oder Großeltern umfassen, vorbehaltlich der Vorlage entsprechender Nachweise und der Genehmigung durch die portugiesischen Behörden.
Bildnachweis: Zur Verfügung gestelltes Bild; Autor: Portugal Pathways; Ein „Golden Visa“ kann mehrere berechtigte Familienmitglieder umfassenMobilität statt dauerhafter Umsiedlung
Inhaber eines Golden Visa sind nicht verpflichtet, dauerhaft nach Portugal umzuziehen. Nach geltendem Recht wird von ihnen im Allgemeinen erwartet, dass sie sich im Durchschnitt etwa sieben Tage pro Jahr im Land aufhalten.
Die Aufenthaltsgenehmigung ermöglicht nach den geltenden Vorschriften zudem visumfreies Reisen im gesamten Schengen-Raum für Kurzaufenthalte, in der Regel bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen.
Aufenthaltsrecht, Steuern und Staatsbürgerschaft sind getrennte Fragen
Der Besitz eines „Golden Visa“ macht eine Person nicht automatisch zu einem portugiesischen Steuerinländer – dies wird separat nach portugiesischem Steuerrecht festgelegt.
Ebenso sind Aufenthaltsrecht und Staatsbürgerschaft unterschiedliche rechtliche Schritte: Das portugiesische Staatsangehörigkeitsgesetz wurde 2026 überarbeitet, wodurch die Aufenthaltsdauer für die Einbürgerung verlängert wurde, die nun je nach Staatsangehörigkeit variiert.
Eine Entscheidung, für die man sich Zeit nehmen sollte
Für viele Familien liegt der Reiz des „Golden Visa“ weniger in der Investition selbst als vielmehr in den Aufenthaltsrechten, den Möglichkeiten zur Einbeziehung der Familie und der langfristigen Flexibilität, die das Programm bieten kann. Die Eignung hängt von der Staatsangehörigkeit, dem finanziellen Profil und den familiären Umständen ab, und die Ergebnisse sind niemals garantiert oder einheitlich.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer-, Anlage- oder Einwanderungsberatung dar. Die portugiesischen Einwanderungs-, Staatsangehörigkeits- und Steuergesetze können sich ändern, und die individuellen Umstände variieren. Leser sollten unabhängigen professionellen Rat einholen, bevor sie entsprechende Entscheidungen treffen.





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