Meta wurde von 30 US-Bundesstaaten vorgeworfen, Minderjährige nicht ausreichend zu schützen, indem es soziale Medien suchterzeugend gestaltet, Verbraucher hinsichtlich der Sicherheit irreführt und personenbezogene Daten ohne deren Einwilligung erhebt.

Der Vergleich wurde vom Gericht noch nicht genehmigt, doch Meta wird über einen Zeitraum von zehn Jahren Entschädigungszahlungen an 29 Bundesstaaten leisten, um verschiedene Initiativen und Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu finanzieren, die darauf abzielen, die psychische Gesundheit junger Menschen zu verbessern. Darüber hinaus wird das Unternehmen verschiedene Maßnahmen umsetzen, die speziell auf jüngere Nutzer ausgerichtet sind.

Vorgeschlagene Änderungen

Zu den vorgeschlagenen Änderungen gehört eine Begrenzung der täglichen Nutzungszeit von Facebook und Instagram auf zwei Stunden für Nutzer unter 18 Jahren. Von Mitternacht bis 6 Uhr morgens wird zudem eine vollständige Sperre gelten. Benachrichtigungen werden während der Schulzeit eingeschränkt, und Nutzer unter 18 Jahren können die Anzahl der „Likes“ und anderer Reaktionen auf ihre Beiträge nicht mehr sehen.

Eine weitere Änderung ist die Option für jüngere Nutzer, ihren Feed in chronologischer Reihenfolge anzuzeigen. Diese Maßnahme soll den Algorithmus umgehen und den Nutzern vielfältigere Inhalte präsentieren, die sich nicht so stark auf ein einzelnes Thema konzentrieren.

Einigung erzielt

Der Vergleich soll vor einem Bundesgericht in Kalifornien erzielt worden sein und wird einen vielbeachteten Rechtsstreit über die Auswirkungen sozialer Medien auf jüngere Nutzer abwenden. Die Vorwürfe umfassen eine Vielzahl von Klagen, die von US-Bundesstaaten, lokalen Behörden, Schulbezirken und Privatpersonen eingereicht wurden, die Meta und anderen Social-Media-Unternehmen vorwerfen, zur Verschlechterung der psychischen Gesundheit junger Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika beigetragen zu haben.

Vorwürfe gegen Meta

Unter anderem wurde Meta vorgeworfen, gegen das Bundesgesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet (Federal Children’s Online Privacy Protection Act) verstoßen zu haben, da das Unternehmen laut der Klage personenbezogene Daten von Nutzern erfasst habe, von denen es wusste, dass sie noch nicht volljährig waren. Darüber hinaus versäumte es Meta, die Eltern zu benachrichtigen oder deren Einwilligung zur Nutzung der Daten junger Menschen einzuholen, die zum Training von Modellen für maschinelles Lernen und generative künstliche Intelligenz verwendet wurden.

Die Generalstaatsanwälte von Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey warfen Meta zudem vor, gegen staatliche Verbraucherschutzgesetze verstoßen zu haben.

Die „Financial Times“ berichtet zudem, dass der Vergleich kein Schuldeingeständnis seitens Meta bedeutet. Dieselbe Quelle berichtet zudem, dass 5,3 Milliarden US-Dollar der vereinbarten Summe nur dann akzeptiert werden, wenn YouTube und TikTok ebenfalls zustimmen, einen ähnlichen Betrag zu zahlen und Beschränkungen anzuwenden, die denen entsprechen, die Meta auferlegt wurden. Das Unternehmen soll diese Entscheidung damit begründet haben, auf diese Weise eine einvernehmliche Lösung für die gesamte Social-Media-Branche zu erreichen.