Obwohl sowohl sein Vater als auch sein Großvater als prominente Geistliche in der Kirche tätig waren, kämpfte Patrick in seinen frühen Jahren mit dem Glauben.

Sein Leben änderte sich im Alter von sechzehn Jahren dramatisch, als gälische Sklavenhändler aus Irland sein Dorf überfielen. Patrick wurde gefangen genommen und in die Sklaverei verkauft, als einer von vielen Tausenden, die während der Überfälle verschleppt wurden. Er wurde nach Irland transportiert, das damals ein weitgehend heidnisches Land war, das in kleine, auf Clans basierende Gebiete aufgeteilt war, die von lokalen Häuptlingen regiert wurden.

Die religiöse Landschaft Irlands basierte damals auf einer Mischung aus Göttern und Ehrfurcht vor der natürlichen Welt, von der man glaubte, dass sie von Geistern bewohnt war. Die religiösen Führer praktizierten Rituale mit Zaubersprüchen, Flüchen und dunkler Magie. Patrick wurde gezwungen, als Schweinehirt zu arbeiten und lange Zeit allein in den Wäldern zu verbringen, während er dem rauen Wetter und der Isolation ausgesetzt war.

Während seiner Gefangenschaft vertiefte sich Patricks Glaube. Im Laufe von sechs Jahren begann er ständig zu beten und beschrieb später, dass er jeden Tag und jede Nacht hunderte Male betete. Eines Nachts hatte er eine Vision, die ihm befahl, zu fliehen und nach Hause zurückzukehren, was ihm auch gelang.

Zurück in Großbritannien wuchs Patricks Glaube weiter und nahm Gestalt an. Seine spirituelle Einstellung, die stark mit der Natur und den Rhythmen der Erde verbunden war, sollte später zu einem bestimmenden Merkmal dessen werden, was heute als keltisches Christentum bekannt ist. Trotz seines vergangenen Leidens war Patrick davon überzeugt, dass er nach Irland zurückkehren musste - diesmal als Missionar.

Nach Jahren des Studiums, wahrscheinlich in Frankreich, wurde Patrick zum Bischof geweiht und kehrte mit dem Ziel nach Irland zurück, die Bevölkerung zum Christentum zu bekehren. In den nächsten dreißig Jahren konzentrierte er seine Bemühungen darauf, zunächst die örtlichen Könige und Clanchefs zu bekehren, in der Überzeugung, dass deren Volk ihm folgen würde.

Patricks Einfluss auf Irland erwies sich als nachhaltig. Zahlreiche Legenden wurden später mit ihm in Verbindung gebracht, darunter die Behauptung, er habe die Schlangen von der Insel vertrieben und das dreiblättrige Kleeblatt zur Erklärung der christlichen Dreifaltigkeit verwendet.

Auch Jahrhunderte später ist sein Einfluss in Irland und darüber hinaus noch immer spürbar. Seine Verbindung zu Gott brachte ihm eine Liebe zur Natur und zu allen Geschöpfen Gottes ein - auch zu seinen ehemaligen Gefangenen, eine authentische Art des Glaubens, von der die Welt vielleicht gerade jetzt ein wenig mehr braucht!

Der zeitlose Glaube von St. Patrick ist auch heute noch für Sie und mich von großer Bedeutung.