Auf dem Hügel oberhalb von Praia das Maçãs. Etwas Außergewöhnliches hat still und leise im Boden gewartet.

Der Alto da Vigia. Hoher Aussichtspunkt. Ein römisches Heiligtum, das der Sonne, dem Mond und dem Ozean geweiht war. Aktiv seit etwa 140 nach Christus.

Und dies war kein gewöhnlicher Ort der Verehrung. Die hier gefundenen Inschriften stammen nicht vom einfachen Volk. Sie wurden von den Statthaltern Lusitaniens (der römische Name für dieses Land) und den höchsten Rängen des Römischen Reiches eingeweiht. Sie kamen an den äußersten westlichen Rand ihrer bekannten Welt, um den Himmel über dem Atlantik zu ehren.

Jahrhunderte später kamen die Mauren. Sie bauten nicht nur eine, sondern gleich zwei islamische Ribat-Moscheen an der gleichen Stelle. Sie benutzten dazu römische Steine. Ein heiliger Zweck wurde durch einen anderen ersetzt.

Die Stätte ist seit 1505 bekannt. Die Ausgrabungen begannen erst 2008.

Schicht um Schicht. Genau dort, oberhalb des Strandes. Seit Jahrhunderten unter dem Sand verborgen. Wer weiß, wie viel tiefer der Ursprung sein mag?

Sintra hört nie auf, uns mit Geheimnissen zu überraschen.