Die Straßen von Islington verwandelten sich am 31. Mai in ein leuchtendes Meer aus Rot und Weiß, als sich Berichten zufolge über eine Million ekstatische Arsenal-Fans im Norden Londons zu einer historischen Meisterparade versammelten. Für einen Verein, der mehr als zwei Jahrzehnte auf der Jagd nach dem höchsten Preis des englischen Fußballs verbracht hat, war dieser Nachmittag eine euphorische Erlösung von zweiundzwanzig Jahren Angst und Leid. Doch das Ereignis war auch eine außergewöhnliche Demonstration emotionaler Belastbarkeit, weniger als vierundzwanzig Stunden nach einem quälenden europäischen Herzschmerz.

Nur eine Nacht zuvor waren Arsenals Träume von einem historischen kontinentalen Double in Budapest grausam zerschmettert worden. In einem zermürbenden UEFA-Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain kämpfte die Mannschaft von Mikel Arteta 120 Minuten lang tapfer um ein 1:1-Unentschieden, verlor aber am Ende mit 3:4 nach einem nervenaufreibenden Elfmeterschießen. Videos, die in den sozialen Medien hochgeladen wurden, zeigten den Moment, in dem die Herzen der Arsenal-Fans sanken, als ihre Mannschaft im gesamten Turnier ungeschlagen blieb und die größte europäische Trophäe nach 5 Elfmeter-Versuchen verloren ging.

Fußball-Kurzzeitgedächtnis

Autor/in: Diogo Machado;

Doch der Fußball hat ein bemerkenswert kurzes Gedächtnis, und die wahre Leidenschaft lässt sich nicht unterkriegen. Um 14 Uhr am Sonntag, den 31. Mai, waren die letzten Tränen aus Ungarn verflogen und wurden durch die brüllenden "Championes"-Rufe ersetzt. Die Parade in Islington war eine große Siegesrunde für eine großartige nationale Kampagne.

2025/26 gewann Arsenal den Titel in der Premier League mit einem Spiel Vorsprung vor dem unerbittlichen Rivalen Manchester City und hob die Trophäe in den Selhurst Park. Es war die 14. Meisterschaft in der Königsklasse und die erste seit Arsène Wengers legendären "Unbesiegbaren", die seit 2004 ungeschlagen sind. Artetas Mannschaft erwies sich auf der ganzen Linie als unschlagbar und stützte sich dabei auf eine felsenfeste Verteidigung mit William Saliba, Gabriel Magalhães und einem Torhüter, der in dieser Saison den Goldenen Handschuh gewann, David Raya.

Busparade mit offenem Verdeck

Bei der Busparade mit offenem Verdeck wurden sowohl das Männer- als auch das Frauenteam vorgestellt und ihre gemeinsame Silbermedaille und ihr kultureller Einfluss im Norden Londons gefeiert. Familien, langjährige Fans und kleine Kinder säumten die Bürgersteige, kletterten auf Laternenpfähle, Bushaltestellen, Eiswagen und sogar auf Gebäude, nur um einen Blick auf Helden wie Bukayo Saka und Kapitän Martin Ødegaard zu erhaschen...

Während die Busse sich ihren Weg durch den überfüllten Stadtteil rund um das Emirates-Stadion bahnten, warfen die Spieler Fanartikel in die Menge, während die Fans rote Fackeln zündeten, die den Londoner Himmel färbten. Mikel Arteta, der sein Vermächtnis als einer der großen modernen Taktiker des Klubs nun endgültig zementiert hat, wirkte sichtlich gerührt, als er sich bei den Fans bedankte.

Rot angemalt

Verfasser: Diogo Machado;

Nicht nur die Straßen, sondern auch Bahnhöfe und Flughäfen rund um London waren "rot angemalt", denn Arsenal-Fans aus aller Welt kamen, um den historischen Feierlichkeiten beizuwohnen. Der Flughafen Stansted war das ganze Wochenende über voll mit Reisenden, die Arsenal-Trikots trugen. Das schiere Ausmaß der Beteiligung bewies, dass Trophäen zwar auf dem Spielfeld gewonnen werden, die wahre Größe eines Vereins aber auch an der unerschütterlichen Loyalität seiner Gemeinschaft gemessen wird.