Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September in den Galerieräumen in der Rua do Prior in Faro zu sehen.

Der Titel erinnert an ein Kinderspiel: jemandem auf die Schulter zu tippen und wegzulaufen, bevor er sich umdreht. Eine Geste, die zugleich spielerisch und provokativ ist, bei der der Kontakt nur besteht, um sich sofort wieder zurückzuziehen. Die Ausstellung nimmt dieses Bild als Ausgangspunkt und vereint Werke, die verschiedene Herangehensweisen an die Welt durch fiktionale und reale Elemente, Erinnerungen, Landschaften und einen subtilen Hauch von Nostalgie erforschen. Dieses Kinderspiel wirkt somit als Mittel, uns aus der Perspektive, aus der wir normalerweise die Welt betrachten, herauszulösen – oder zu verlagern.

Zwischen Archiv und Fiktion konstruiert João R. Ferreira fragmentierte Erzählungen, in denen Zeichnung, Bild und Erinnerung ständig neu geordnet werden. Die Erzählung spielt auch eine zentrale Rolle in der Malerei von Paulo Albuquerque, der Beobachtungen des Alltags in dichte Kompositionen verwandelt, die durch vielschichtige Elemente, Rhythmus und zwischenmenschliche Beziehungen geprägt sind.

In einem eher kontemplativen Register entwickelt Vasco Maio destillierte Landschaften, in denen Horizont, Licht und Atmosphäre zu Instrumenten werden, um Zustände des Schwebens, der Stille und der Erwartung zu erforschen. Symbolische Dimensionen kommen in den Werken von Patrícia Mariano auf andere Weise zum Vorschein; sie bewegt sich in einem Raum zwischen Realität und Vorstellungskraft und schafft figurative Bilder von starker poetischer und allegorischer Kraft. Paula López-Bravo bewegt sich hingegen zwischen Abstraktion und Figuration und nutzt Farbe, Geste und Textur, um Wahrnehmungsräume zu konstruieren, in denen Erinnerung, Emotion und Erfahrung miteinander verflochten sind.

Obwohl sich ihre Ausdrucksweisen unterscheiden, teilen die fünf Künstlerinnen die Aufmerksamkeit für das, was offen bleibt. In Anlehnung an die durch den Titel angedeutete Geste bewegen sich die Werke im Feld des Erscheinens und Verschwindens und laden den Betrachter zu kurzen, aber nachhallenden Begegnungen ein; sie haben kein gemeinsames Thema, sondern vielmehr einen gemeinsamen Impuls: das, was gewöhnlich verborgen bleibt, in einem einzigen Moment zu verdichten.

GAMA RAMA mit Sitz an der Algarve ist eine der aktivsten unabhängigen Plattformen für zeitgenössische Kunst in der Region und verbindet Ausstellungsgestaltung, Produktion und Kulturprogramm in einem fortlaufenden experimentellen Rahmen. Der jüngste Umzug in größere Räumlichkeiten in der Altstadt von Faro stärkt ihre Rolle als kultureller Knotenpunkt und Ort des zeitgenössischen künstlerischen Austauschs.

Eröffnung: 25. Juni 2026, 18:00 Uhr Zu sehen bis: 30. September 2026

GAMA RAMA Rua do Prior 46, Faro, Portugal

Kontakt: Toma Svazaite +351 961 371 891 gamaramagallery@gmail.com