Versteckt in einer ruhigen Kopfsteinpflasterstraße in der Altstadt ist die Sinagoga de Tomar ein besonderes Stück jüdischer Geschichte. Sie wurde zwischen 1430 und 1460 erbaut und ist die einzige mittelalterliche Synagoge aus der Zeit vor der Renaissance in Portugal, die vollständig erhalten geblieben ist.
Es ist wahrlich faszinierend, den quadratischen, gotischen Hauptsaal zu betreten, in dem vier elegante Mittelsäulen die Gewölbedecke stützen. Der größte Teil der Synagoge wurde umgebaut; dennoch sind in den Ecken des Gebäudes noch einige der ursprünglichen Elemente zu sehen.
Die Geschichte der Synagoge fand 1496 ein jähes Ende, als ein königliches Dekret die Juden des Landes zur Konversion oder zur Ausweisung zwang. In den folgenden vier Jahrhunderten durchlief das Gebäude eine wechselvolle, weltliche Geschichte und diente nacheinander als Gefängnis, christliche Kapelle, Heuboden und Lagerhaus für Lebensmittel.
Das 1921 zum Nationaldenkmal erklärte und restaurierte Gebäude wurde später dem Staat gestiftet und beherbergt heute als Museum eine umfangreiche Sammlung mittelalterlicher hebräischer Grabsteine. Auch heute noch ist es als Bildungs- und Kulturstätte aktiv und bleibt ein Denkmal der Widerstandsfähigkeit.





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