Wenn erfahrene Investoren ein Hotel betrachten, sehen sie darin ein ganzes wirtschaftliches Ökosystem.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da derzeit eine große Kapitalwelle in den Hotel- und Gastgewerbesektor Südeuropas fließt. Jüngsten Branchenberichten zufolge werden mehr als 300 Millionen Euro in den Erwerb, die Renovierung und die Modernisierung von Hotels in Portugal, Spanien und Italien investiert.

Die meisten Investoren werden sich auf die Hotels selbst konzentrieren. Doch die größeren Chancen liegen möglicherweise in den tieferen Schichten.

Ich habe bereits früher über das geschrieben, was ich als „Downstream-Investitionen“ bezeichne – nämlich einen wichtigen Trend frühzeitig zu erkennen und dann in die Unternehmen zu investieren, die die dafür erforderliche Infrastruktur bereitstellen.

Portugals Tourismusbranche als Investitionschance.

Der Tourismus erreicht weiterhin Rekordwerte, Fluggesellschaften nehmen neue Strecken auf, internationale Marken expandieren, und Investoren aus aller Welt investieren Kapital in Projekte im Gastgewerbe. Jede neue Hoteleröffnung, Renovierung oder Erweiterung schafft Nachfrage, die weit über die Immobilie selbst hinausgeht.

Hotels benötigen Baumaschinen. Sie benötigen Energiesysteme. Sie benötigen Verkehrsinfrastruktur. Sie benötigen Technologie, Logistik und Gebäudemodernisierungen.

Das Ergebnis ist ein Welleneffekt, der sich auf die gesamte Wirtschaft auswirkt.

Deshalb geht es beim aktuellen Investitionsboom im Gastgewerbe um weit mehr als nur um den Tourismus.

Portugals Infrastruktur-Geschichte.

Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn ein Hotelbetreiber Millionen in die Modernisierung einer bestehenden Immobilie investiert. Bauunternehmen werden beauftragt. Ausrüstung wird angeschafft. Energiesysteme werden modernisiert. Flughäfen und Verkehrsnetze verzeichnen eine steigende Nachfrage. Zulieferer aus verschiedenen Branchen profitieren davon.

Das Hotel mag zwar Schlagzeilen machen, doch viele der Zulieferunternehmen streichen die Gewinne ein.

Für Investoren, die sich auf diesen Trend einstellen möchten, stechen drei Unternehmen besonders hervor.

Caterpillar ist einer der weltweit größten Hersteller von Baumaschinen. Jede größere Renovierung im Gastgewerbe, jedes Infrastrukturprojekt und jede Erschließung erfordert Maschinen, die diese Projekte erst möglich machen.

Vinci betreibt Flughäfen, Verkehrsinfrastruktur und Bauunternehmen in ganz Europa. Mit dem wachsenden Tourismusverkehr profitiert Vinci vom erhöhten Passagieraufkommen und den laufenden Infrastrukturinvestitionen.

Schneider Electric ist auf Energiemanagement und intelligente Gebäudesysteme spezialisiert. Moderne Hotels legen zunehmend Wert auf Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und technologische Modernisierungen – alles Bereiche, in denen Schneider eine führende Rolle spielt.

Keines dieser Unternehmen ist ein Hotelbetreiber.

Dennoch könnten alle drei von denselben tourismusgetriebenen Kapitalströmen profitieren, die Portugal und Südeuropa neu gestalten.

Das ist die Stärke von Downstream-Investitionen.

Anstatt zu fragen: „Welches Hotel soll ich kaufen?“, sollten Anleger vielleicht eine andere Frage stellen:

„Welche Unternehmen werden davon profitieren, dass Hunderte von Hotels gebaut, renoviert, modernisiert und erweitert werden?“

Oft liegen die besten Chancen nicht im Rampenlicht.

Man findet sie dort, wo das Rampenlicht entsteht.