Das Verfahren nutzt MRT-Aufnahmen in Kombination mit Echtzeit-Ultraschall, wodurch Ärzte verdächtige Bereiche der Prostata bereits während der Biopsie erkennen können, anstatt sich auf Gewebeproben aus Standardentnahmestellen zu verlassen. Die Biopsie wird durch die Haut zwischen Hodensack und After durchgeführt, statt über das Rektum, was zudem das Infektionsrisiko senkt.
Die urologische Abteilung des Gesundheitszentrums hat die transperineale Fusion-Prostatabiopsie eingeführt, ein Verfahren, das bereits in einer Reihe von Fachzentren in Portugal und anderen europäischen Ländern zum Einsatz kommt. Durch die Einführung dieses Verfahrens in der Region Tâmega e Sousa müssen Patienten aus der Region nicht mehr in ein anderes Krankenhaus reisen, um diese Untersuchung in Anspruch zu nehmen.
Innovative Technik
Die Technik kombiniert Bilder einer zuvor durchgeführten Magnetresonanztomographie mit Ultraschallbildern, die während der Biopsie in Echtzeit aufgenommen werden. Durch die Überlagerung der beiden Bildersätze können Ärzte die verdächtigen Bereiche der Prostata deutlicher erkennen und die Nadel direkt dorthin führen.
Dies unterscheidet sich von einer herkömmlichen Biopsie, bei der Gewebeproben aus mehreren Bereichen der Prostata entnommen werden können, ohne dass eine vergleichbare visuelle Führung gegeben ist. Obwohl die traditionelle Untersuchung nach wie vor nützlich ist, können kleine Tumore oder Läsionen in schwerer erreichbaren Bereichen manchmal übersehen werden.
Bei der Fusionsbiopsie können sich Ärzte auf die Bereiche konzentrieren, die auf dem MRT-Scan am verdächtigsten erscheinen. Dies kann dazu beitragen, klinisch bedeutsame Krebserkrankungen zuverlässiger zu erkennen und verringert möglicherweise die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten den Eingriff wiederholen müssen, wenn eine erste Biopsie kein eindeutiges Ergebnis liefert.
Wichtiger Unterschied
Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht in der Art und Weise, wie die Prostata erreicht wird. Das neue Verfahren wird über das Perineum, also den Hautbereich zwischen Hodensack und After, und nicht über das Rektum durchgeführt. Da die Nadel nicht durch den Darm verläuft, ist das Infektionsrisiko deutlich geringer.
Fernando Vila, Leiter der urologischen Abteilung, erklärte, die neue Methode ermögliche es Patienten aus der Region, die Untersuchung in ihrer eigenen Gesundheitseinrichtung durchführen zu lassen und dabei von den aktuellen klinischen Standards zu profitieren.
Die Einführung des Verfahrens ist Teil der umfassenden Investitionen des Krankenhauses in spezialisiertere urologische Leistungen und moderne Diagnosetechnologie.
Kein Einzelfall in Portugal
Es ist wichtig zu betonen, dass die Fusionsbiopsie an sich in Portugal nicht völlig neu ist. Einige portugiesische Zentren bieten Varianten dieser Untersuchung bereits seit mehreren Jahren an. Die Entwicklung in Tâmega e Sousa ist jedoch von Bedeutung, da sie das Verfahren in einem weiteren Teil des öffentlichen Gesundheitssystems verfügbar macht und den in der Region lebenden Patienten eine gezieltere Form der Diagnose näherbringt.
Eine MRT-Untersuchung und eine Biopsie kommen in der Regel dann in Betracht, wenn frühere Untersuchungen darauf hindeuten, dass weitere Abklärungen erforderlich sein könnten. Die Biopsie ermöglicht die Analyse von Gewebe im Labor und ist nach wie vor notwendig, um festzustellen, ob Krebszellen vorhanden sind.
Für die Patienten besteht der größte Vorteil darin, dass eine Biopsie verdächtige Bereiche gezielter untersuchen kann und gleichzeitig das Infektionsrisiko senkt. Außerdem bedeutet dies, dass Männer aus der Region Tâmega e Sousa für den Eingriff nicht mehr an einen anderen Ort reisen müssen.








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