Wie ECO berichtet, kletterte Portugal im Jahr 2025 auf Platz 18 unter den weltweiten Schuhherstellern und hatte einen Anteil von 0,5 Prozent an der weltweiten Produktion nach Wert und 0,3 Prozent nach Menge.

Im Vergleich dazu fiel Spanien aus den Top 20 der weltweiten Hersteller heraus, was die wachsende Wettbewerbsfähigkeit der portugiesischen Industrie unterstreicht.

Internationale Märkte

Der vom portugiesischen Verband der Hersteller von Schuhen, Komponenten und Lederwaren (APICCAPS) veröffentlichte Bericht hebt zudem den anhaltenden Erfolg des Landes auf den internationalen Märkten hervor.

Fast 93 Prozent aller im vergangenen Jahr in Portugal hergestellten Schuhe wurden exportiert und erreichten Kunden in 174 Ländern auf fünf Kontinenten.

Portugal rangierte wertmäßig auf Platz 15 der weltweit größten Schuhexporteure und erzielte einen Umsatz von 1,95 Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro), während es beim Exportvolumen mit 69 Millionen im Ausland verkauften Paaren den 17. Platz belegte.

Deutschland blieb Portugals größter Exportmarkt und machte fast ein Viertel der Auslandsverkäufe aus, gefolgt von Frankreich, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich.

In den vergangenen fünf Jahren verzeichneten Deutschland, Spanien und die Vereinigten Staaten das stärkste Wachstum bei der Nachfrage nach portugiesischem Schuhwerk.

Obwohl die Exporte in die USA im Jahr 2025 nach der Einführung neuer Zölle zurückgingen, ist der amerikanische Markt langfristig dennoch deutlich gewachsen.

Premium-Produktion

Paulo Gonçalves, Geschäftsführer von APICCAPS, erklärte, Portugals Erfolg solle nicht allein am Produktionsvolumen gemessen werden, sondern an seiner starken Exportorientierung und seiner Ausrichtung auf höherwertige Produkte.

Im Gegensatz zu vielen großen Produktionsländern, die auf kostengünstige Massenproduktion setzen, sind portugiesische Unternehmen weiterhin in Premium-Marktsegmenten wettbewerbsfähig.

Diese Strategie spiegelt sich in den Exportpreisen wider: Der Durchschnittswert der portugiesischen Schuh-Exporte stieg im Jahr 2025 um 2,5 Prozent auf 28,25 US-Dollar pro Paar, womit Portugal nach Italien zum weltweit zweitteuersten Schuh-Exporteur wurde.

Zwar hat Mexiko den durchschnittlichen Exportpreis Portugals fast erreicht, doch APICCAPS argumentiert, dass der Vergleich irreführend ist, da Portugal fast seine gesamte Produktion exportiert und international deutlich mehr Schuhe verkauft – sowohl wert- als auch mengenmäßig.

Der Bericht verweist zudem auf einen anhaltenden Wandel innerhalb der Branche: So machen Lederschuhe mittlerweile 58 Prozent der Exporte aus – ein Rückgang gegenüber 69 Prozent vor drei Jahren –, während Produkte aus Gummi, Kunststoff und Textilmaterialien weiter Marktanteile gewinnen.

Widerstandsfähige Branche

Trotz der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit hat sich die portugiesische Schuhindustrie als relativ widerstandsfähig erwiesen.

Offiziellen Zahlen zufolge gingen die Exporte in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 um 2,7 Prozent zurück – ein geringerer Rückgang als in vielen Konkurrenzländern, darunter Spanien, China, Brasilien und die Türkei.

Darüber hinaus erklärte APICCAPS, dies bestärke die langfristige Strategie der Branche, in Innovation, Nachhaltigkeit und eine Produktion mit höherer Wertschöpfung zu investieren, unterstützt durch Initiativen wie das vom PRR finanzierte Projekt „BioShoes4All“.