Die Neuerscheinungen dieser Woche stecken voller fesselnder Thriller…

Belletristik

1. „The Summer We Lied“ von Rebecca Hardy

Vor achtzehn Jahren wurde Shawn Weston wegen des Mordes an einer Mutter und ihrem Kind verurteilt. Ein entschlossener Journalist war schon immer der Meinung, dass mehr hinter der Geschichte steckt, und da die Verurteilung kurz vor der Aufhebung steht und neue DNA-Beweise auf einen neuen Verdächtigen hindeuten, spürt er zwei Zeugen auf, die zum Zeitpunkt des Vorfalls noch Teenager waren. „The Summer We Lied“ von Rebecca Hardy wechselt zwischen den Erzählperspektiven von Alex, Rachel und Jonathan – den drei beteiligten Freunden –, während sie als Erwachsene versuchen, zu rekonstruieren, was an jenem schicksalhaften Tag wirklich geschah. Geheimnisse werden enthüllt und Geschichten erzählt, die den Ermittlern bisher unbekannt waren. Hardy hat eine fragmentierte Erzählung geschaffen, bei der man kaum vorhersagen kann, wie es weitergeht. Mit Einblicken in Polizeikorruption, sexuellen Missbrauch, Verschwörungen in Kleinstädten und zerbrochene Freundschaften ist „The Summer We Lied“ eine düstere und emotionale Geschichte voller Intrigen.

2. „The First House“ von Avni Doshi

Eine Frau steht unter Schock, nachdem ihr Mann abrupt das beendet hat, was sie als glückliche Ehe beschreibt. In ihrem Nachfolgeromans zu „Burnt Sugar“, das auf der Shortlist für den Booker-Preis stand, führt uns Avni Doshi durch die darauf folgende Trauer, beginnend mit einer intensiven Aufarbeitung, während die Frau darum kämpft, zu Hause mit ihren beiden Töchtern zurechtzukommen. Die Geschichte führt an düstere Orte, als die namenlose Protagonistin die Warnsignale erkennt, die schon immer da waren, und beginnt, ihre eigenen Beweggründe zu hinterfragen. Doch es geht auch darum, Unabhängigkeit zu behaupten und eine Identität zu schmieden, die sich sowohl von der Ehe als auch von der Familiengeschichte abhebt. Doshi schält die Schichten der Figur, einer aufstrebenden Schriftstellerin, ab, indem sie Parallelen zu den alten Mythen und rachsüchtigen Göttinnen zieht, auf die sie fixiert ist, und obwohl sich dies manchmal etwas unzusammenhängend anfühlen mag, sorgen der prägnante Schreibstil, die scharfsinnigen Beobachtungen und die bildhafte Sprache dafür, dass die Geschichte fesselnd bleibt und den Leser in ihre Reise hineinzieht.

Bildnachweis: PA; Autor: Robert Peston;

3. „The Kill Switch“ von Robert Peston

Die politischen Journalisten Gil Peck und seine Partnerin Jess sichern sich für ihren Podcast ein Interview mit der Premierministerin Stella Barnsbury, das Einblicke in ihre Ansichten zum wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz sowie Anekdoten über ihre gemeinsame Zeit als Freunde vor Jahren verspricht. Doch statt über Politik zu sprechen, haben die Journalisten plötzlich einen unerwarteten Scoop in der Hand, als die Premierministerin sich unwohl fühlt, mitten im Interview zusammenbricht und später stirbt. Das Rennen um die Aufklärung des Vorfalls verwandelt sich in eine Mordjagd, die eine undurchsichtige, gewalttätige Welt der Finanzwelt, der Hightech-Branche – und des Verbrechens – offenbart. Die Journalisten entdecken, dass die Premierministerin einen Vertrag für ein großes Technologieunternehmen zur Verwaltung öffentlicher Systeme, darunter auch des NHS, blockiert hatte, was ihrer Vermutung nach zu ihrer Ermordung führte. Doch je tiefer sie in die Geschichte eintauchen, desto größerer Gefahr setzen sie sich aus – mit verheerenden Folgen für sie und ihre Familien.

Sachbuch

Bildnachweis: PA; Autor: David Sedaris;

4. „The Land And Its People“ von David Sedaris

Als Autor zahlreicher Bücher – meist Sammlungen persönlicher Essays – könnte man meinen, dem amerikanischen Humoristen David Sedaris habe nicht mehr viel zu sagen. Doch selbst wenn er ein imaginäres Gespräch zwischen Widdern auf einem Bauernhof in Sussex beschreibt oder eine scheinbar einfache Szene, in der es darum geht, in öffentlichen Verkehrsmitteln laut Musik zu hören, sind seine Einsichten so messerscharf wie eh und je. In seinem neuesten Werk, „The Land And Its People“, präsentiert uns Sedaris weitere 28 Kapitel seines stets spannenden Lebens und schildert Momente wie den Versuch, seinen Freund nach einer Hüftoperation dazu zu bringen, das Weihnachtsessen zu kochen, ein Treffen mit dem Papst und den Kauf einer maßgeschneiderten Priesterkutte, einen unsympathischen Hundebiss sowie seine neueste Obsession – das Deutschlernen mithilfe eines launischen KI-Teenagers auf Duolingo. Es fühlt sich an, als säße ein sarkastischer schwuler Onkel am Esstisch und unterhielte den Rest der Familie auf urkomische und manchmal auch bittere Weise mit Geschichten aus seinem Leben und seinen Reisen. Ehrlich und schonungslos.

Bildnachweis: PA; Autoren: Becky Wilson und Scott Wilson;

Kinderbuch der Woche

5. „The Last Nigel“ von Becky Wilson, illustriert von Scott Wilson

Kinderbücher machen immer mehr Spaß, wenn sie eine Prise Fantasie enthalten, und „The Last Nigel“ hat davon mehr als genug. Es erzählt die Geschichte von (ihr habt es erraten) einer Schildkröte namens Nigel. Er glaubt, er sei der letzte Nigel auf der Welt, und sorgt dafür, dass alle anderen Tiere ihn verwöhnen, weil er etwas Besonderes ist – bis eines Tages ein Eisbär auftaucht, der ebenfalls Nigel heißt, und ihn bittet, dem „Nigel-Club“ beizutreten. Alle Privilegien des ursprünglichen Nigel verfliegen, als seine Freunde merken, dass er nicht der letzte Nigel auf der Erde ist – was ihm, wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann, nicht gerade gefällt. Mit einem herzerwärmenden Ende ist dies eine lustige Geschichte mit einer gesunden Portion Albernheit, gepaart mit fantasievollen Illustrationen.