Die Ankündigung erfolgte durch die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, die erklärte, dass die Algarve derzeit rund 85 % ihrer Abfälle auf Deponien entsorgt.

In der Region fallen jährlich rund 400.000 Tonnen Abfall an, wobei diese Menge in den letzten vier Jahren um etwa 13 % gestiegen ist. Der Anteil des Abfalls, der an der Algarve auf Deponien entsorgt wird, liegt derzeit deutlich über dem nationalen Durchschnitt von rund 56 %.

Auch der Tourismus wirkt sich auf die in der Algarve anfallende Abfallmenge aus. Die Region empfängt jedes Jahr Millionen von Besuchern, insbesondere in den Sommermonaten, was bedeutet, dass weitaus mehr Abfall anfällt, als die Zahlen zur ansässigen Bevölkerung vermuten lassen.

Der Minister erklärte, dies trage dazu bei, zu erklären, warum die Algarve die höchste Pro-Kopf-Abfallmenge in Portugal aufweise.

Die Region ist derzeit auf zwei Deponien angewiesen, die sich in Portimão und Loulé befinden, und beide nähern sich ihren Kapazitätsgrenzen. Bei der einen wird die verbleibende Kapazität auf etwa 18 Monate geschätzt, bei der anderen auf etwa zwei Jahre.

Es gibt bereits Pläne, die bestehenden Deponien zu erweitern, was der Algarve etwa weitere siebeneinhalb Jahre Kapazität verschaffen dürfte. Die Regierung betont jedoch, dass eine längerfristige Lösung erforderlich ist.

Die geplante Müllverbrennungsanlage würde nicht recycelbare Abfälle zur Energiegewinnung nutzen, anstatt sie direkt auf die Deponie zu bringen.

Die portugiesische Umweltbehörde (APA) wird voraussichtlich am 15. Oktober eine Ausschreibung veröffentlichen, um die beste Technologie für das Projekt zu ermitteln und zu prüfen, wo die neue Anlage errichtet werden könnte.

Ein Standort wurde noch nicht ausgewählt. An der Entscheidung werden die 16 Gemeinden der Algarve über den Gemeindeverband der Algarve (AMAL) beteiligt sein.

Portugal muss zudem in den kommenden Jahren die Menge an Siedlungsabfällen, die auf Deponien gelangen, erheblich reduzieren, da die Europäische Union ein Ziel von höchstens 10 % bis 2035 festgelegt hat.