Das Nationale Institut für Statistik(INE) veröffentlichte die Ergebnisse seiner Bevölkerungsprognose für den Zeitraum 2024 bis 2100 und kam zu dem Schluss, dass zur nächsten Jahrhundertwende deutlich weniger Menschen in Portugal leben werden: 8,3 Millionen Einwohner, mehr ältere Menschen und deutlich weniger Kinder und Jugendliche.

Portugal wird an Bevölkerung verlieren, von derzeit 10,7 auf 8,3 Millionen Menschen, wobei die Zahl der Jugendlichen unter 15 Jahren von 1,4 auf weniger als eine Million und die Zahl der älteren Menschen von 2,6 auf 3,1 Millionen zurückgehen wird, so das zentrale Prognoseszenario.

Die Forscher haben auch ein Szenario skizziert, in dem sie sich unter anderem einen Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung vorstellen. In diesem Fall könnte die Zahl der älteren Menschen 4,2 Millionen erreichen.

Fest steht, dass alle Szenarien ein Land mit immer weniger jungen Menschen und immer mehr älteren Menschen zeigen. Der Alterungsindex, der die Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und darüber sowie Kinder bis zu 15 Jahren umfasst, könnte bis zum Jahr 2100 erheblich ansteigen: von derzeit 192 auf 316 ältere Menschen pro 100 junge Menschen.

Versteckte Realitäten

Hinter den nationalen Zahlen verbergen sich jedoch regionale Gegebenheiten, wie z. B. auf den Azoren und Madeira sowie in der nördlichen Region, wo ein sehr starkes Ungleichgewicht zwischen der jüngeren und der älteren Bevölkerung bestehen könnte.

Der kurioseste Fall ist der der Autonomen Region der Azoren, die derzeit als die am wenigsten überalterte Region des Landes gilt, mit nur 128 älteren Menschen auf 100 junge Menschen. Im Jahr 2100 wird sie jedoch die drittälteste sein, mit "405 älteren Menschen auf 100 junge Menschen".

Letztes Jahr war die Region Central die älteste Region des Landes, aber die jetzt von den Experten entworfenen Szenarien zeigen, dass dieser Titel bis zum Jahr 2100 an die Region North gehen wird, wo die Überalterungsrate von derzeit 205 älteren Menschen auf 475 ansteigen wird.

Auf Madeira wird die Überalterungsrate bis zum Jahr 2100 von derzeit 179 älteren Menschen auf 442 pro 100 Kinder ansteigen, so die Prognosen des INE, denen zufolge die Algarve die Region mit der geringsten Überalterung sein wird.

Die Forscher betonen, dass diese Projektionen den Wanderungssaldo und die positiveren Geburtenraten berücksichtigen, die dazu beigetragen haben, das Tempo der Bevölkerungsalterung zu mildern, aber nicht aufzuhalten.

"Die Alterungsrate in Portugal wird bis 2060 allmählich ansteigen und sich dann tendenziell stabilisieren", schreibt das INE und räumt ein, dass es zu Beginn des 22. Jahrhunderts viel weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter geben wird (4,2 Millionen), was zu einer Verschlechterung des Altenquotienten führen wird, der sich gegenüber dem heutigen Stand fast verdoppelt.

Derzeit kommen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 39 ältere Menschen, im Jahr 2100 werden es nach einem zentralen Szenario 73 ältere Menschen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter sein.