Die Ergebnisse zeigen, dass Schildkröten mit zunehmendem Alter tiefer, länger und strukturierter tauchen, was eine wichtige Information für künftige Schutzstrategien ist.

Die Ergebnisse können dazu beitragen, Risiken im offenen Ozean zu antizipieren und Schutzmaßnahmen festzulegen, die besser darauf abgestimmt sind, wie junge Schildkröten ihren Lebensraum nutzen.

Zoomarine Algarve hat an einer internationalen wissenschaftlichen Studie teilgenommen, die neue Daten über das Tauchverhalten junger Meeresschildkröten in einer der am wenigsten bekannten Phasen ihres Lebenszyklus liefert: den ersten Jahren im offenen Ozean.

Die Studie "Pioneering insights into the diving behaviour of early-stage sea turtles revealed by novel marine miniaturized satellite tags" (Bahnbrechende Einblicke in das Tauchverhalten von Meeresschildkröten im Frühstadium durch neuartige marine Miniatursatellitensender) ist Teil der von Upwell geförderten Lost Years Initiative und verwendet miniaturisierte Satellitensender, um Meeresschildkröten in einem Stadium zu verfolgen, das jahrzehntelang für die Wissenschaft praktisch unsichtbar war.

Die Forscher analysierten mehr als 2 400 tägliche Aufzeichnungen von 71 jungen Schildkröten, die mit dieser Technologie in verschiedenen Meeresregionen ausgestattet waren. Anhand der Daten konnten noch nie dagewesene Muster des Unterwasserverhaltens identifiziert werden, die zeigen, dass Schildkröten mit zunehmendem Alter dazu neigen, immer tiefer, länger und strukturierter zu tauchen.

Diese Daten helfen den Forschern, besser zu verstehen, wie sich diese Arten in einer besonders sensiblen Phase ihrer Entwicklung in freier Wildbahn bewegen, anpassen und überleben.

"Projekte wie dieses zeigen, dass der Meeresschutz zunehmend von der Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Wissenschaft und Technologie abhängt. Wenn wir besser verstehen, was in den ersten Lebensjahren der Meeresschildkröten geschieht, können wir Risiken vorhersehen, fundiertere Entscheidungen treffen und zu wirksameren Schutzstrategien beitragen. Für Zoomarine ist die Teilnahme an dieser Studie auch eine natürliche Erweiterung der Arbeit, die wir seit mehr als zwei Jahrzehnten in unserem Hafen entwickeln", sagt João Neves, Conservation Director von Zoomarine Algarve.

George Shillinger, CEO von Upwell, fügt hinzu: "Wir sehen mit großer Begeisterung, dass diese einzigartige globale wissenschaftliche Zusammenarbeit Ergebnisse hervorbringt, die dazu beitragen, Licht in eine rätselhafte und gefährdete Phase des Lebenszyklus der Meeresschildkröten zu bringen. Unser Ziel ist es, dass diese Erkenntnisse in Management- und Schutzmaßnahmen einfließen können, die zum Schutz der Meeresschildkröten während ihres gesamten Lebenszyklus beitragen."

Den Forschern zufolge könnten die jetzt gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, die Bewegungen junger Schildkröten im offenen Ozean vorherzusagen und potenzielle Risiken im Zusammenhang mit menschlichen Aktivitäten, wie z. B. intensiven Fischgründen, zu erkennen. Das Wissen über die Tiefe und Dauer der Tauchgänge könnte auch zur Entwicklung von maßgeschneiderten Schutzmaßnahmen beitragen, einschließlich der Anpassung bestimmter Fanggeräte oder der Einrichtung von Meeresschutzgebieten, die der tatsächlichen Nutzung des Lebensraums durch diese Arten Rechnung tragen.

Die Studie ist das Ergebnis einer internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen 17 Einrichtungen in sieben Ländern, darunter Upwell, Mercator Ocean International, Aquarium La Rochelle, Centre d'Etudes et de Soins pour les Tortues Marines, Blue Wave Consulting, LLC, FAU Marine Science Laboratory, Department of Biological Sciences und Charles E. Schmidt College of Science an der Florida Atlantic University, Two Oceans Aquarium Foundation, Nelson Mandela University, Department of Marine and Coastal Resources, das Phuket Marine Biological Center, das Marine and Coastal Resources Research Center - Upper Andaman Sea, das Sea Turtle Ecology Lab, die Okinawa Churashima Foundation, das Okinawa Churaumi Aquarium, das Institute of Marine Sciences, das IICM Okeanos, die Universität der Azoren, das Institute of Marine Research, IMAR, der Rotterdam Zoo und Zoomarine Algarve.

Die Teilnahme an dieser Studie unterstreicht die Rolle der Zoomarine Algarve in internationalen Netzwerken der Meeresforschung und -erhaltung und unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen, Forschungszentren, zoologischen Institutionen und Organisationen, die sich dem Schutz der Meere widmen. Diese internationale Zusammenarbeit setzt die Arbeit fort, die Zoomarine seit 2002 durch das Porto d'Abrigo - Marine Species Rehabilitation Centre - in den Bereichen Rehabilitation der Meeresfauna, Forschung, Umweltbewusstsein und Schutz bedrohter Arten entwickelt hat.