Eine Analyse von 478 Städten durch GeoRank untersuchte die Anzahl der Tageslichtstunden pro Jahr, die unter Berücksichtigung von Hitze, Luftfeuchtigkeit, Kälte, Regen und Wind als angenehm für den Aufenthalt im Freien gelten.

Die Ergebnisse zeigen, dass portugiesische Städte in Bezug auf die Sommerhitze besonders gut abschneiden.

Porto verliert aufgrund übermäßiger Hitze nur 42 Tageslichtstunden pro Jahr – der niedrigste Wert unter den vier portugiesischen Städten, die in den Vergleich von GeoRank einbezogen wurden.

Lissabon folgt mit nur 58 durch Hitze verlorenen Stunden, während Braga 141 und Coimbra 219 verzeichnen.

Der Unterschied wird besonders deutlich, wenn man Portugal mit einigen der bekanntesten Sommerreiseziele Europas vergleicht.

Barcelona verliert jährlich 210 Stunden durch Hitze, Málaga 320 und Athen 742. In Sevilla steigt die Zahl auf 886 Stunden, während Catania auf Sizilien 885 verzeichnet. Antalya in der Türkei verliert jährlich 1.034 Tageslichtstunden, da die Bedingungen dort als zu heiß gelten.

Porto sticht im Juli hervor

Die Daten untersuchen zudem speziell, wie viel Zeit man im Sommer tagsüber angenehm im Freien verbringen kann.

Porto verzeichnet in einem typischen Juli 423 angenehme Tageslichtstunden, verglichen mit 378 in Lissabon, 392 in Braga und 370 in Coimbra.

Im Vergleich dazu verzeichnet Barcelona 368 Stunden und Málaga 320.

Weiter im Mittelmeerraum wird der Unterschied noch deutlich größer. Athen hat im Juli 191 angenehme Stunden, während Sevilla 158, Catania 144 und Antalya nur 110 verzeichnet.

Das bedeutet, dass Porto nach der Methodik von GeoRank mehr als doppelt so viele angenehme Stunden im Juli bietet wie Athen und etwa 2,7-mal so viele wie Sevilla.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Portugals Lage am Atlantik während der heißesten Zeit des Jahres einen Vorteil bieten kann. Zwar sind die Temperaturen immer noch warm genug für Sommerferien, doch nimmt die extreme Hitze deutlich weniger Tagesstunden in Anspruch als an vielen Reisezielen im Mittelmeerraum.

Portugal liegt nicht überall an erster Stelle

Die Ergebnisse fallen für Portugal positiv aus, doch das Land belegt nicht in jedem Vergleich den ersten Platz.

Nordspanien schneidet im Sommer besonders gut ab. Bilbao verzeichnet im Juli 438 angenehme Tageslichtstunden, Oviedo 434 – beide liegen damit knapp vor Porto.

Auch über das gesamte Jahr hinweg liegt Portugal hinter mehreren spanischen Reisezielen zurück.

Lissabon verzeichnet in einem typischen Jahr 3.473 angenehme Stunden im Freien, verglichen mit 3.574 in Las Palmas, 3.569 in Málaga und 3.491 in Alicante.

Das Gesamtbild deutet daher darauf hin, dass die Atlantikküste im Sommer besonders gut abschneidet, und nicht darauf, dass Portugal einfach das angenehmste Klima in Südeuropa hat.

Was bedeutet eine „angenehme Stunde“?

Die Zahlen sollten nicht mit der Anzahl der Sonnenstunden verwechselt werden, die eine Stadt verzeichnet.

GeoRank berechnet, wie viele Tageslichtstunden Bedingungen aufweisen, die als geeignet für den Aufenthalt im Freien angesehen werden, und unterteilt die ungeeigneten Zeiträume in Stunden, die aufgrund von Hitze, Kälte, Regen oder Wind verloren gehen.

Bei Hitze wird die Berechnung auf der Grundlage der gefühlten Temperatur vorgenommen, d. h., neben der Lufttemperatur wird auch die Luftfeuchtigkeit berücksichtigt.

Die Schwellenwerte, anhand derer entschieden wird, ob die Bedingungen als angenehm gelten, werden von GeoRank festgelegt und stellen keinen offiziellen meteorologischen Standard dar.

Die Daten basieren zudem auf Klimanormwerten für den Zeitraum 1981–2010, d. h., sie spiegeln typische historische Bedingungen wider und nicht das Wetter, das in Portugal in diesem speziellen Sommer herrschte.

Die umfassendere Klimamethodik von GeoRank nutzt mehrere meteorologische und klimatische Datensätze und umfasst eine Kalibrierung anhand von Wetterstationen. Auf der Seite zur Methodik sind Quellen wie die WMO und nationale Wetterdienste sowie ERA5- und Satellitenklimadaten aufgeführt.

Trotz dieser Einschränkungen verdeutlicht der Vergleich ein interessantes Merkmal des portugiesischen Sommerklimas: Während das Land reichlich warmes Wetter genießt, geht in den Großstädten im Vergleich zu vielen konkurrierenden Reisezielen im Mittelmeerraum relativ wenig Zeit im Freien durch übermäßige Hitze verloren.

Für Besucher, die warmes Sommerwetter genießen möchten, ohne die heißeste Zeit des Tages in geschlossenen Räumen verbringen zu müssen, könnte dies einer der weniger offensichtlichen Vorteile Portugals sein.