Der Bericht hebt jedoch ein auffälliges Paradoxon hervor: Während das Land in den Bereichen Lebensqualität, Sicherheit, Lebenshaltungskosten und Integrationsmöglichkeiten gut abschneidet, liegt es bei den beruflichen Indikatoren deutlich zurück – es belegt Platz 29 im „Working Abroad Index“ und den letzten Platz in den Kategorien Karrierechancen und Arbeitsmarktdynamik.


Die Unzufriedenheit mit dem beruflichen Aspekt spiegelt sich darin wider, dass nur 19 % der Befragten die Aufstiegschancen positiv bewerten – das ist die Hälfte des weltweiten Durchschnitts. Auch die Bewertungen hinsichtlich Arbeitsplatzsicherheit, Flexibilität und Gehaltsniveau fallen bescheiden aus: Rund 60 % geben an, ein Jahreseinkommen von unter 50.000 US-Dollar zu erzielen. Umgekehrt sticht die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben als einziger positiver Aspekt des Sektors hervor, womit Portugal den 16. Platz belegt. Die begrenzten Karrieremöglichkeiten spiegeln sich im demografischen Profil der ausländischen Einwohner wider, deren Durchschnittsalter bei 58,7 Jahren liegt und von denen 41 % bereits im Ruhestand sind – ein Anteil, der deutlich über dem internationalen Durchschnitt von 14 % liegt.

Lebensqualität und Integration stehen im Kontrast zur Bürokratie

Portugals Attraktivität als Wohnort zeigt sich im Personal Finance Index, in dem es weltweit den 4. Platz belegt; 61 % der Befragten loben die Lebenshaltungskosten, und 76 % bestätigen, dass ihr verfügbares Einkommen ein komfortables Alltagsleben gewährleistet. Die soziale Integration ist eine weitere Stärke des Landes, das dank der Gastfreundschaft der lokalen Bevölkerung (Platz 5) und des Zugehörigkeitsgefühls (Platz 4) den 7. Platz belegt. Was den Indikator „Lebensqualität“ (Platz 11) betrifft, stechen die Luftqualität (Platz 3), das Klima und die persönliche Sicherheit (beide Platz 7) hervor, wobei 94 % der Ausländer angeben, sich im Land sicher zu fühlen.

Bürokratie und Verwaltungseffizienz bleiben jedoch die wichtigsten Hindernisse, die von Auswanderern genannt werden. Portugal belegt im Index für grundlegende Dienstleistungen den 23. Platz und fällt hinsichtlich der Unkompliziertheit im Umgang mit öffentlichen Dienstleistungen auf den letzten Platz (31.) zurück; nur 20 % der Befragten halten die Abläufe für einfach, und 45 % bewerten den Zugang zu digitalen Plattformen der Regierung positiv. Trotz dieser Herausforderungen äußern 78 % der Befragten allgemeine Zufriedenheit mit dem Leben im Land, und 39 % beabsichtigen, sich dort dauerhaft niederzulassen. Panama, Mexiko und Thailand führen das globale InterNations-Ranking an, während Norwegen, Deutschland und die Türkei die hinteren Plätze belegen.