Das Buch der Woche ist von Patrick Süskinds Klassiker „Das Parfum“ aus dem Jahr 1985 inspiriert…

Belletristik

1. „Feast“ von Catherine Kurtz

Inspiriert von Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“ erzählt „Feast“ die Geschichte von Minha, einer jungen Frau mit einem außergewöhnlichen Geschmackssinn. Nachdem sie von London nach Frankreich gereist ist, landet Minha als Giftverkosterin bei einem Herzog in dessen prunkvollem Schloss. Dort verbringt sie ihre Tage in einem beengten Zimmer und probiert kleine Portionen seiner extravaganten und oft überwältigenden Mahlzeiten. Als ein einschneidendes Ereignis dazu führt, dass die junge Frau ihre Gabe verliert, ist sie gezwungen, die Mauern des prächtigen Anwesens zu verlassen und sich selbst durchzuschlagen. Dieser historische Roman ist temporeich und beleuchtet Themen wie Rasse, Sexualität und Klasse in einer Zeit, die von aristokratischem Reichtum und absoluter Armut geprägt war. Die sinnliche Sprache der Autorin Catherine Kurtz ermöglicht es dem Leser, sich die von Minha verkosteten Speisen lebhaft vorzustellen und mitzuerleben. Auch wenn der Roman stellenweise düster ist, macht Minhas Fähigkeit, sich trotz aller Widrigkeiten immer weiter voranzukämpfen, das Buch zu einem echten Pageturner.

Bildnachweis: PA; Autor: Andrew Hunter Murray;

2. „Bad Deeds“ von Andrew Hunter Murray

Andrew Hunter Murrays vierter Roman ist eine clevere und raffinierte Neuinterpretation des klassischen Krimis und knüpft an sein vorheriges Werk – „A Beginner’s Guide To Breaking And Entering“ – an. Die Geschichte sprüht vor Spannung, wechselt häufig zwischen London und der abgelegenen Wildnis Schottlands hin und her und dreht sich um eine kleine Firma, deren Aufgabe darin besteht, Sicherheitssysteme von Unternehmen gegen Bezahlung (mittels Einbrüchen) zu testen. Dies führt sie in eine gefährliche Welt, in der sie völlig überfordert sind und von einer Krise in die nächste stürzen – alles beschrieben aus der Perspektive des Hauptprotagonisten Alex, von dem der Großteil des bissigen Humors ausgeht. Gerade wenn man glaubt, die Handlung durchschaut zu haben, gibt es immer wieder neue Wendungen, was dieses Buch zu einer rasanten und unterhaltsamen Lektüre macht.

Quelle: PA; Autor: Andrew Sean Greer;

3. „Villa Coco“ von Andrew Sean Greer

Wir schreiben das Jahr 1999, und ein junger Amerikaner, frisch vom College, kommt in die tiefste Toskana, um die Privatsammlung einer exzentrischen, betagten Baronin zu katalogisieren. Während der Erzähler, der den Spitznamen Giovedi trägt, mit den Freiheiten und Zwängen der Jugend ringt, zeigen ihm die skurrilen Figuren, die in der Villa Coco leben, alternative Wege, das Leben zu erleben: ein pragmatischer Künstler, ein charmanter Betrüger, eine schrullige Prinzessin, ein gutaussehender Neffe und die Baronin selbst, eine über 90-jährige Powerfrau, die vor nichts zurückschreckt, um ihre verlorene Liebe zurückzugewinnen. Die Beschreibungen der Toskana vor dem Aufkommen des Smartphones lesen sich wie eine Hymne an ein verlorenes Paradies. Andrew Sean Greer, der 2018 für „Less“ den Pulitzer-Preis gewann, zaubert mühelos dunstige Sommernachmittage und klare Herbstmorgen herbei. Obwohl die Prosa witzig und ausgefeilt ist, kann sie auch oberflächlich wirken, da die Geschichte zwischen Momenten echter Tiefe und selbstgefälliger Selbstbewusstheit hin und her schwankt. Das Buch, das sich unbehaglich zwischen seichtem Strandlesestoff und literarischem Roman bewegt, würde auf einer Sonnenliege dennoch gut aussehen.

Sachbuch

Bildnachweis: PA; Autorin: Jane Green;

4. „Rewilding: Freedom, Friendship, And Finding Our Way Home“ von Jane Green

Einst die Königin der „Chick-Lit“ mit Bestsellern wie „Straight Talking“ und „Babyville“, verlief Jane Greens aufstrebende Karriere in Großbritannien ins Leere, nachdem sie nach Connecticut gezogen war – und diese Autobiografie ist ihr erstes Buch bei einem britischen Verlag seit fast einem Jahrzehnt. Darin offenbart sie, wie sehr sie sich darauf konzentriert hatte, anderen zu gefallen, sich Gedanken darüber machte, wie sie sich kleiden und verhalten sollte und wie schlank sie sein musste. Nach der Erziehung von vier leiblichen und zwei Stiefkindern, dem Stress als alleinige Ernährerin und ihrer anschließenden Scheidung machte sie sich auf, sich selbst wiederzufinden. Auf diesem Weg probiert sie verschiedene Therapien, Medikamente und Online-Dating aus und scheint nun ihren Frieden gefunden zu haben. Das ist weit entfernt von den Welten der „Suche nach Liebe“, die sie in ihren frühen Romanen schuf, aber es ist ein Plädoyer dafür, dass Frauen sich nicht von Konventionen fesseln lassen sollten.

Kinderbuch der Woche

Bildnachweis: PA; Autoren: Gordon D’Arcy & Paul Howard;

5. „Let’s Play Football!“ von Gordon D’Arcy und Paul Howard, illustriert von Ashwin Chacko

„Let’s Play Football!“ ist perfekt für jedes sportbegeisterte Kind und erscheint pünktlich zur Fußball-WM 2026. Für dieses Buch widmet sich der ehemalige irische Rugbyspieler Gordon D’Arcy gemeinsam mit dem Autor Paul Howard und dem Illustrator Ashwin Chacko dem Fußball. Es versetzt die Leser in die Rolle des Spielers bei einem Fußballspiel und begleitet sie durch alle Phasen – vom Aufwärmen bis hin zu den spannenden Momenten während des Spiels – mit zahlreichen Toren zwischendurch. Zwar ist das Buch darauf ausgelegt, Kinder aktiv einzubeziehen – indem es ihnen zeigt, wie sie sich mit „High Knees“ auf das Spiel vorbereiten, Tacklings ausführen und das Siegtor schießen –, doch um wirklich interaktiv zu sein, wären vielleicht mehr haptische Elemente im Buch wünschenswert gewesen, mit denen Kinder spielen können (wie Schieberegler oder Klappen). Dennoch ein unterhaltsames und schwungvolles Buch zur Feier der Weltmeisterschaft.