Zwar werden „Ronaldomaniacs“ oft mit portugiesischen Fans verwechselt, doch ihr Hauptaugenmerk liegt nicht auf dem Erfolg der Nationalmannschaft, sondern auf Ronaldo selbst; vielen fällt es sogar schwer, andere Spieler zu nennen.

Cristiano Ronaldo live erleben

So war beispielsweise beim Auftaktspiel Portugals gegen die Demokratische Republik Kongo (1:1) das NRG-Stadion in Houston fast vollständig rot gefärbt. Dennoch richteten sich die Gesänge fast ausschließlich an den Kapitän der Nationalmannschaft.

Im Verlauf des Spiels versetzte Ronaldos erster Ballkontakt das NRG in Ekstase, und seine beiden vergebenen Chancen in der zweiten Halbzeit fühlten sich fast so an, als hätten sie in Texas Erdbebenalarme ausgelöst.

Unterdessen erzielte João Neves Portugals erstes Tor bei der WM 2026. Während das Stadion jubelte, reichte der Lärm bei weitem nicht an den von Ronaldo heran.

Nun, eine Woche später und am selben Austragungsort, trifft Portugal auf Usbekistan. Doch alles deutet auf eine Wiederholung hin: Scharen von Fans der Nummer „7“ versammeln sich erneut vor den Stadiontoren und versprechen eine weitere kraftvolle Unterstützung für den 41-jährigen Stürmer.

Beim zweiten „Ronaldomaniacs“-Treffen der WM 2026 scheinen die meisten Teilnehmer eher von Ronaldos Ruhm angezogen zu sein als von der Loyalität zu Portugal.

Es ist nach wie vor sehr schwierig, jemanden zu finden, der Portugiesisch spricht oder auch nur viel über die portugiesische Nationalmannschaft weiß; Namen wie Vitinha, Bruno Fernandes oder Bernardo Silva lösen fast immer die Reaktion „Wer?“ aus.

Bei dieser Weltmeisterschaft reisten die typischen „Ronaldomaniacs“ aus benachbarten Ländern wie den Vereinigten Staaten oder Mexiko an, aber auch aus weit entfernten Regionen wie Asien, wo viele von Cristianos fast schon mythischem Status inspiriert sind, sowie aus Südamerika – alle motiviert durch ihre Bewunderung für ihn.

Daher tragen unter Kindern, Jugendlichen, Müttern, Vätern und Erwachsenen gleichermaßen einige Ronaldos typische texanische Cowboyhüte, während andere traditionelle mexikanische Wrestling-Masken tragen.

Doch die „Ronaldomanie“ hört damit noch nicht auf.

Usbekistan, das zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft teilnimmt, hatte bei seinem Eröffnungsspiel gegen Kolumbien (1:3) in Mexiko-Stadt nur etwa 1.000 Fans, doch in Houston sind es fast 7.000, wie einer der wenigen Journalisten aus dieser ehemaligen Sowjetrepublik, der über das Turnier berichtet, gegenüber Lusa erklärte.

Auch außerhalb der Spieltage ist Ronaldos Rückennummer „7“ im portugiesischen Trikot leicht zu erkennen, sei es auf Flughäfen, in Supermärkten, Restaurants oder auf der Straße – ob in Miami oder in Texas.

Ronaldo’s Karriere

Seit dem Beginn seiner Karriere im Alter von nur 17 Jahren entwickelte sich Ronaldo schnell zu einem Phänomen der Popularität, zunächst bei Manchester United und dann bei Real Madrid, doch die „Ronaldomanie“ erreichte 2023 stratosphärische Ausmaße, als der Stürmer Europa verließ, um zu Al-Nassr in Saudi-Arabien zu wechseln.

Dies führte zu Ronaldos weltweitem „Durchbruch“, der fast schon zu einer „Religion“ wurde, wobei „yessss“ der Hauptklang des „Gebets“ unter den „Ronaldomanen“ war.

Bei der EM 2024 hielt die große portugiesische Auswanderergemeinde in Deutschland der „Ronaldomanie“ noch stand, da beide Seiten gemeinsam Portugal unterstützten, doch bei der Weltmeisterschaft 2026 ist die „Ronaldomanie“ eindeutig in vollem Gange.