As Três Irmãs", geschrieben von Filipe Gouveia und inszeniert von Diogo Freitas, ist keine Adaption des Tschechow-Klassikers, sondern eine Theaterprobe, die ins Ungewisse führt. Die Inszenierung folgt einem Ensemble, das im Prozess der Inszenierung des Stücks gefangen ist und keinen Ausweg findet.

Im Mittelpunkt des Stücks, das im Proberaum eines großen Theaters spielt, stehen Clara, Marta und Tomás, Schauspieler, die versuchen, Die drei Schwestern aufzuführen, während sie mit ihren eigenen Frustrationen, unbezahlten Verträgen und Zweifeln an einem Drehbuch konfrontiert sind, das niemals vollständig zu sein scheint. Der Regisseur schwankt zwischen Kontrolle und Unentschlossenheit, während der Dramaturg mitten in der Probe ständig umgeschriebene Seiten liefert. Tschechow selbst, dessen Anwesenheit erwartet wird, erscheint nicht.

In dem Maße, in dem die Probe zerbricht, schwankt auch die Grenze zwischen Fiktion und Realität. Es entstehen Diskussionen über einige der entscheidenden Spannungen des zeitgenössischen Theaters: wer das Recht hat, bestimmte Geschichten zu erzählen, ob die Inszenierung eines russischen Dramatikers in einer vom Krieg geprägten Welt angemessen ist, und die wachsende Kluft zwischen Unterhaltung und Kultur. Die Rollen verschieben sich unerwartet, Argumente tauchen auf, und die Inszenierung selbst beginnt, dem philosophischen Paradoxon des Schiffes des Theseus zu ähneln - eine weitere in die Aufführung eingewobene Referenz.

"Machen wir überhaupt noch Drei Schwestern?", fragt eine Figur. "Ja. Aber anders."

Hinter dem Humor und der Selbsterkenntnis verbirgt sich die anhaltende Anziehungskraft von Tschechows zentraler Sehnsucht. Moskau bleibt weit weg, fast mythisch, aber das Leben muss trotzdem weitergehen.

Die von Momento - Artistas Independentes produzierte Inszenierung ist eine Koproduktion des Auditório Carlos do Carmo, des Teatro Diogo Bernardes, des Theatro Gil Vicente, des Cineteatro Louletano, des Teatro José Lúcio da Silva und des Teatro Municipal de Bragança.

Die Produktion wird am 22. Mai um 19 Uhr im Auditório Carlos do Carmo in Lagoa uraufgeführt, bevor sie bis März 2027 landesweit auf Tournee geht. Weitere Aufführungen finden in Ponte de Lima am 29. Mai und in Barcelos am 13. Juni statt.

Die Inszenierung wird für Zuschauer ab 12 Jahren empfohlen, dauert 85 Minuten und beinhaltet eine Übersetzung in portugiesische Gebärdensprache und eine Audiobeschreibung. Karten zum Preis von 8 € sind unter https://www.bol.pt/ erhältlich.