Kenton Jarvis, Geschäftsführer der Fluggesellschaft, erklärte, die Fluggesellschaft habe die EU-Mitgliedstaaten schriftlich aufgefordert, das kürzlich eingeführte Einreise-/Ausreisesystem (EES), das von Reisenden aus Nicht-EU-Ländern die Registrierung von Fingerabdrücken und Gesichtsscans an automatischen Kontrollpunkten verlangt, vorübergehend zu ändern.
Dieser Appell richtet sich insbesondere an Spanien und Portugal, zwei der beliebtesten Reiseziele britischer Touristen, wo die Überlastung der Flughäfen seit der vollständigen Einführung des Systems im vergangenen Monat immer gravierender geworden ist.
Der Exekutivbeamte erklärte, Brüssel habe den Ländern bereits die Erlaubnis erteilt, das automatische Verfahren auszusetzen, wenn dies zur Entlastung der Flughäfen erforderlich sei, doch nur wenige hätten davon Gebrauch gemacht. Er fügte hinzu, dass Griechenland den Einsatz der Technologie pausiert habe, während Italien an einigen Flughäfen begrenzte Ausnahmen eingeführt habe, aber viele andere Länder trotz zunehmender Störungen weiterhin auf vollständigen Kontrollen bestünden.
Nach Angaben des easyJet-Chefs haben die Verzögerungen dazu geführt, dass Passagiere Flüge verpasst haben und zu Beginn und am Ende ihres Urlaubs stundenlang in Warteschlangen an Flughäfen festsaßen.
Er kritisierte den Umgang mit der Situation an mehreren europäischen Flughäfen und behauptete, dass eine große Anzahl von Fluggästen zu einer begrenzten Anzahl von automatisierten Gates geleitet wurde, während die traditionellen Passschalter unterbesetzt oder ungenutzt blieben.
Der easyJet-Chef fügte hinzu, dass die Fluggesellschaft versucht habe, Abflüge für gestrandete Passagiere so weit wie möglich zu verzögern, obwohl die Flugzeuge aufgrund von Betriebsbeschränkungen nicht unbegrenzt festgehalten werden könnten.
Er beklagte, dass zu große Verspätungen spätere Flüge stören und die Besatzungen daran hindern könnten, die geplanten Flüge innerhalb ihrer zulässigen Arbeitszeiten zu erledigen.
Kendon Jarvis argumentierte auch, dass Länder, die stark vom Tourismus abhängig sind, einen flexibleren Ansatz verfolgen sollten, und wies darauf hin, dass Griechenland die wirtschaftlichen Vorteile einer vereinfachten Ankunft von Besuchern erkannt habe.
Das EES-System, das die Sicherheit an den Grenzen verstärken und die Überschreitung der Aufenthaltsdauer von Nicht-EU-Bürgern überwachen soll, ist seit seiner Einführung wegen technischer Probleme und langer Bearbeitungszeiten an den wichtigsten Reisezentren in die Kritik geraten.








