Die beiden zweijährigen Sibirischen Tiger – ein Weibchen namens Tochka und ein gleichaltriges Männchen – sind kürzlich im Rahmen des Europäischen Programms für gefährdete Arten (EEP), das von der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) koordiniert wird, in die Einrichtung in der portugiesischen Hauptstadt gekommen.
Besucher des Zoos von Lissabon
Tochka wurde 2024 im Kölner Zoo in Deutschland geboren, während das Männchen im selben Jahr im Zoo Zlín-Lesná in der Tschechischen Republik zur Welt kam. Die europäischen Artkoordinatoren wählten das Paar als zukünftige Zuchtpartner aus, um die genetische Vielfalt und die langfristige Nachhaltigkeit der in Gefangenschaft lebenden Sibirischen Tigerpopulation zu sichern.
Nach Angaben von Zoobeamten haben die Tiger bereits begonnen, ihre Umgebung zu erkunden, und die Eingewöhnungsphase wird es den Tieren ermöglichen, sich mit ihrer Umgebung vertraut zu machen, was den Besuchern die Gelegenheit bietet, einen Blick auf sie zu erhaschen, während sie sich in ihrem Gehege einleben.
Vor mehr als einem Jahrhundert durchstreiften schätzungsweise 100.000 Tiger die natürlichen Lebensräume in ganz Asien, doch Naturschützer gehen davon aus, dass heute nur noch zwischen 5.500 und 6.000 Tiere in freier Wildbahn leben – vor allem aufgrund von Lebensraumverlust, Wilderei und illegalem Handel mit Wildtieren.
Bildnachweis: Bildmaterial zur Verfügung gestellt; Autor: Jardim Zoológico de Lisboa;
Ihre Ankunft unterstreicht die wachsende Bedeutung internationaler Artenschutzinitiativen in einer Zeit, in der die Tigerpopulationen in freier Wildbahn weiterhin stark unter Druck stehen.
Der Lissabonner Zoo erklärte, das neue Paar sei Teil einer koordinierten europäischen Strategie, an der zoologische Einrichtungen aus mehreren Ländern beteiligt sind. Ziel ist es, gesunde, genetisch vielfältige Populationen in menschlicher Obhut zu erhalten und gleichzeitig umfassendere Artenschutzziele für diese Tierart zu unterstützen.
Der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica), auch als Amur-Tiger bekannt, ist die größte noch lebende Tigerunterart und das größte Mitglied der Katzenfamilie. Er hat sich an die rauen Klimabedingungen im Osten Russlands und in benachbarten Regionen angepasst, wiegt über 300 Kilogramm und legt in seinem Revier enorme Entfernungen zurück.
Trotz ihres Status als Spitzenprädatoren sind Sibirische Tiger weiterhin Bedrohungen durch schrumpfende Lebensräume, rückläufige Beutetierbestände und illegale Jagd ausgesetzt, wobei akkreditierte Zoos durch koordinierte Zucht-, Forschungs- und Artenschutzprogramme eine bedeutende Rolle bei der Erhaltung der Art spielen.
Der 1884 gegründete Zoo von Lissabon beherbergt mehr als 2.000 Tiere aus rund 300 Arten, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Die Einrichtung beteiligt sich an internationalen Zucht-, Forschungs- sowie Wiederansiedlungsprojekten und ist Mitglied sowohl der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) als auch der Weltvereinigung der Zoos und Aquarien (WAZA).









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