Jack Evans probiert es aus.

Was ist das?

Seit einiger Zeit sind SUVs und Crossover in aller Munde. Ob Hybrid, Elektro oder alles dazwischen – die SUV-Karosserieform liegt voll im Trend, und Autohersteller aller Art entwickeln ihre eigenen Varianten dieses Designs.

Auch bei Leapmotor ist das nicht anders. Doch mit diesem neuen Modell – dem B05 – schlägt das Unternehmen einen deutlich traditionelleren Weg ein und bringt einen konventionellen Kleinwagen auf den Markt, um seine Präsenz in Großbritannien auszubauen.

Was ist neu?

Wie bereits erwähnt, hat sich Leapmotor bis jetzt – abgesehen vom winzigen Stadtauto T03 – weitgehend auf SUVs konzentriert, wobei diese chinesische Marke größtenteils ähnliche Modelle anbietet. Leapmotor, das teilweise zu Stellantis gehört, möchte die Dynamik aufrechterhalten, während es mit weiteren Händlern in Großbritannien expandiert, wobei der B05 darauf abzielt, seine Reichweite in eher konventionelle Bereiche auszudehnen.

Der B05 ist von der Größe her mit einem handelsüblichen Volkswagen Golf oder Vauxhall Astra vergleichbar. Er verfügt zwar über einen Elektroantrieb, hat aber ein recht konventionelles Design, was dazu beitragen könnte, mehr Autofahrer anzusprechen – oder einfach diejenigen, die keinen SUV mögen.

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Was verbirgt sich unter der Motorhaube?

Im Gegensatz zu vielen anderen Elektrofahrzeugen wird der B05 nur mit einer einzigen Motor- und Batteriekonfiguration angeboten. Ein 215 bhp starker Elektromotor treibt die Hinterräder an und ist mit einer 67,1 kWh-Batterie verbunden, die bei bestimmten Ausstattungsvarianten eine Reichweite von bis zu 300 Meilen ermöglicht.

Leapmotor gibt an, dass man dank der Ladegeschwindigkeit des B05 von 174 kW die Batterie in etwa 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen kann. Leapmotor hat zudem auf das Know-how seiner europäischen Stellantis-Kollegen zurückgegriffen, um das Fahrwerk des B05 besser an die Erwartungen der hiesigen Käufer anzupassen – mit einer Gewichtsverteilung von nahezu 50:50 und einer komplexeren Fahrwerksabstimmung, als man sie normalerweise bei einem Leapmotor-Modell vorfindet; diese Ausstattung ist in allen Versionen enthalten.

Wie fährt sich das Auto?

Frühere Leapmotor-Modelle boten kein besonders dynamisches oder mitreißendes Fahrerlebnis, doch der B05 schlägt sich in dieser Hinsicht gar nicht so schlecht. Die Lenkung hat ein angenehmes Gewicht und die Federung ist gut abgestimmt. In schnelleren Kurven bleibt das Auto flach auf der Straße und lässt sich gut kontrollieren; insgesamt vermittelt es hinter dem Lenkrad ein solides Fahrgefühl. In dieser Hinsicht erinnert es eher an einen traditionellen europäischen Kleinwagen, was für Leapmotor einen großen Fortschritt darstellt. Man sollte sich nichts vormachen: Dies ist kein schnelles Auto, aber die gebotene Leistung erscheint für diese Fahrzeugklasse vollkommen angemessen.

Es ist nur schade, dass eine derart willkürliche Konfiguration der Assistenzsysteme das Fahrerlebnis beeinträchtigt. Leapmotor behauptet, dass sich Funktionen wie der Spurhalteassistent und die Geschwindigkeitsbegrenzungserkennung leicht deaktivieren lassen – das ist jedoch nicht der Fall –, und wenn sie aktiviert sind, lenken sie einfach zu sehr ab und grenzen schon fast an Gefährlichkeit. Selbst wenn man glaubt, sie ausgeschaltet zu haben, fühlt es sich nie so an, als wären sie wirklich deaktiviert. Das ist schade, denn das Auto fährt sich – insgesamt gesehen – ziemlich solide.

Wie sieht es aus?

Leapmotor hat mit dem Design seiner jüngsten Modelle kaum neue Maßstäbe gesetzt, und es scheint, als würde sich vorerst nichts ändern. Einerseits ist es schön zu sehen, dass man sich ein wenig von SUVs abwendet, andererseits wirkt der B05 einfach etwas zu schlicht – zumindest in unseren Augen. Abgerundete Scheinwerfer, bündig eingelassene Türgriffe und eine geglättete Frontpartie? Das wirkt mittlerweile alles ein bisschen übertrieben.

Es gibt zwar einige schöne Details wie die Lichtleiste über die gesamte Breite, aber insgesamt ist das Design ziemlich zurückhaltend. Zumindest gibt es eine leuchtend gelbe Lackierung, die das Ganze ein wenig aufpeppen kann.

Wie sieht es im Innenraum aus?

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In puncto Innenraum punktet der B05 wirklich. Die Kopffreiheit auf den Rücksitzen ist besonders gut, vor allem wenn man bedenkt, dass alle Fahrzeuge serienmäßig mit einem Panorama-Schiebedach ausgestattet sind. Auch die Beinfreiheit ist gut, und wir würden sagen, dass sich Passagiere jeder Größe dort hinten wohlfühlen sollten. Auch die Verarbeitungsqualität ist gut, und obwohl alles ein wenig grau und trist wirkt, ist alles solide und fühlt sich gut an.

Vorne gibt es im Grunde keine größeren Tasten – Leapmotor hat zwar einige Lenkradtasten entwickelt, die als Schnellzugriffstasten für bestimmte Funktionen dienen können, doch das ist nicht so intuitiv wie dedizierte Bedienelemente. Zumindest ist der 345-Liter-Kofferraum ausreichend groß und lässt sich durch Umklappen der Rücksitze auf 1.400 Liter vergrößern.

Wie sieht die Ausstattung aus?

Wie die übrigen Modelle der Baureihe ist auch der Leapmotor B05 preislich wettbewerbsfähig. Der Einstiegspreis liegt bei 28.995 £, inklusive des 1.500 £ Leap-Grant von Leapmotor, womit er die überwiegende Mehrheit der Konkurrenz preislich unterbietet. Auch die Serienausstattung ist umfangreich: Das größere 14,6-Zoll-Infotainmentsystem, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine Klimaautomatik und Sitzheizung gehören serienmäßig dazu. Um bei einem eher traditionellen Auto – wie beispielsweise einem Volkswagen Golf – denselben Ausstattungsstand zu erreichen, müsste man deutlich mehr bezahlen.

Abgesehen vom bereits erwähnten „Lightning Yellow“ konzentriert sich die Farbauswahl weitgehend auf Grau- und Schwarztöne, was schade ist, da wir der Meinung sind, dass der B05 in einem helleren oder lebhafteren Farbton ziemlich gut aussehen könnte.

Fazit

Der Leapmotor B05 kommt einem ordentlichen Alltags-Fließheck fast schon ärgerlich nahe. Er fährt sich gut, bietet die richtige Leistung und eine beeindruckende Reichweite, sodass man ihn nicht allzu oft aufladen muss. Und wenn doch, sorgt eine gute Ladegeschwindigkeit dafür, dass man nicht lange warten muss.

Leider werden all diese positiven Aspekte durch eine wenig intuitive Einstellung des Assistenzsystems fast zunichte gemacht, das sich zu häufig in das Fahrverhalten einmischt. Sollte Leapmotor dieses Problem beheben, wäre der B05 ein empfehlenswertes Modell. Bis dahin verfehlt er das Ziel noch ein wenig.

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Fakten auf einen Blick

Getestetes Modell: Leapmotor B05

Preis: 28.900 £

Motor: Elektromotor

Leistung: 215 bhp

Drehmoment: 240 Nm

Höchstgeschwindigkeit: 106 mph

0–60 mph: 6,4 Sekunden

Verbrauch: k. A.

Emissionen: 0 g/km

Reichweite: 300 Meilen

Maximale Ladeleistung: 174 kW