Der Vorstandsvorsitzende der deutschen Gruppe, Carsten Spohr, bezeichnete TAP als "perfekte Ergänzung" und hob die Bedeutung des brasilianischen und lateinamerikanischen Marktes für die Expansionsstrategie des Unternehmens hervor.
Auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Ergebnisse für 2025 sagte er, dass TAP die Präsenz der Gruppe auf diesen Märkten deutlich verstärken werde.
Er wies auch auf die strategische Bedeutung Portugals im Luftfahrtsektor hin und verwies auf die Investitionen, die bereits in diesem Land getätigt werden.
Lufthansa Technik baut im Gewerbegebiet Lusopark in Santa Maria da Feira, Bezirk Aveiro, eine Industrieanlage für die Reparatur und Wartung von Flugzeugkomponenten. Die Investition beläuft sich auf mehrere hundert Millionen Euro und soll bis 2027 mehr als 700 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
Portugal könnte ein sehr wichtiger strategischer Partner werden, nicht zuletzt, weil wir derzeit eine Lufthansa Technik Anlage in Portugal bauen", sagte Carsten Spohr.
Lufthansa prüft auch die Möglichkeit, in Portugal eine Pilotenschule in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe zu errichten.
Er fügte hinzu, dass Lufthansa zusammen mit der Luftwaffe prüfe, ob eine Pilotenschule in Portugal eingerichtet werden könne.
Der deutsche Konzern betonte auch seine Absicht, die Position Lissabons als Luftverkehrsdrehscheibe inmitten der Konkurrenz aus Europa und dem Südatlantik zu stärken. Man muss nur auf die Karte Europas schauen und sehen, wo Lufthansa ihre Drehkreuze hat, um die einzigartige Position Portugals zu verstehen", sagte er.
Er stellte klar, dass die Hauptkonkurrenten der TAP im Privatisierungsprozess, Air France-KLM und IAG (Eigentümer von Iberia und British Airways), bereits über etablierte Aktivitäten und bedeutende Drehkreuze in Märkten verfügen, die geografisch nahe an Portugal liegen.
Er stellte fest: "Unsere Konkurrenten betreiben bereits wichtige Drehkreuze in der südatlantischen Region. Einige haben Drehkreuze in Madrid, andere in Paris, die beide viel näher an Portugal liegen als die derzeitigen Drehkreuze der Lufthansa. Daher wäre der Wettbewerb um die Entwicklung eines Drehkreuzes in Lissabon intensiver, was ein weiterer wichtiger Punkt zugunsten des Lufthansa-Konzerns ist".
Carsten Spohr wies jedoch darauf hin, dass sich der Privatisierungsprozess noch in einem frühen Stadium befinde und dass nicht zu erwarten sei, dass sich die europäische Luftfahrtkarte wesentlich verändern werde. Der Prozess steht erst am Anfang, aber die europäische Landkarte wird in diesem Prozess nicht verändert werden", sagte er.
Auf die Frage nach Kontakten mit der portugiesischen Regierung und einer möglichen Genehmigung durch die Europäische Kommission meinte der Vorstandsvorsitzende, es sei zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen.
Es ist zu früh, um das zu sagen. Aber wir sprechen auch mit der Regierung, denn diese Transaktion wird nur durchgeführt, wenn sie für unsere Stakeholder einen Mehrwert schafft", sagte er.
Er fügte hinzu, dass der Abschluss der Transaktion von den finanziellen Bedingungen abhängen wird. Es hängt von den Kosten und Preisen ab, die gezahlt werden müssen", sagte er.
Unverbindliche Angebote für die Privatisierung von TAP müssen bis zum 2. April bei Parpública eingereicht werden und müssen eine finanzielle Komponente enthalten, wie z. B. den angebotenen Preis für die Anteile und zukünftige Bewertungsmechanismen (Earn-Outs).
Interessierte Parteien müssen auch industrielle und strategische Pläne, Synergien und Garantien vorlegen, um den Status von TAP als EU-Luftfahrtunternehmen zu erhalten.
Das Lastenheft sieht den Verkauf von bis zu 44,9 % des TAP-Kapitals vor, wobei 5 % für die Mitarbeiter reserviert sind und alle nicht gezeichneten Aktien dem Vorkaufsrecht des künftigen Käufers unterliegen.
Lufthansa erzielte 2025 bei einem Umsatz von 39,6 Milliarden Euro einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.






