Die Google-Muttergesellschaft Alphabet beantragt eine behördliche Genehmigung für die Freisetzung von bis zu 32 Millionen Moskitos in Teilen der Vereinigten Staaten. Die Mücken werden in einem Experiment speziell behandelt, um die Ausbreitung von tödlichen, durch Mücken übertragenen Krankheiten zu verringern, so Euro Weekly News.
EPA prüft Vorschlag
Die "Debug"-Initiative des Unternehmens wird derzeit von der US-Umweltschutzbehörde (EPA) geprüft. Der Plan sieht vor, in den nächsten zwei Jahren Millionen von im Labor gezüchteten Insekten in Kalifornien und Florida einzusetzen.
Eine öffentliche Konsultation endete Anfang Juni 2026, und nun werden die EPA-Behörden entscheiden, ob sie den Antrag genehmigen, ablehnen oder abändern. Im Falle einer Genehmigung wäre das Programm, bei dem ausschließlich biologische Methoden zum Einsatz kommen, der größte Versuch zur Bekämpfung von Stechmücken in den Vereinigten Staaten.
Wie das Programm funktioniert
Da nur weibliche Mücken stechen, sollen im Rahmen des Projekts nur männliche Mücken freigesetzt werden, die keine Krankheiten direkt übertragen können. Männliche Moskitos tragen ein natürlich vorkommendes Bakterium namens Wolbachia in sich, das die Fortpflanzung behindert, wenn sie sich mit wilden weiblichen Moskitos paaren, berichtet Euro Weekly News. Auf diese Weise schlüpfen die produzierten Eier nicht, was zu einem allmählichen Rückgang der Mückenpopulation führt.
Anstelle der durch Strahlung hervorgerufenen Sterilität werden die Mücken durch die Wolbachia-Infektion "fortpflanzungsunfähig" gemacht, und das Debug-Programm veranschaulicht eine Verlagerung von chemischen Insektiziden hin zu biologischen Methoden zur Kontrolle von Tierpopulationen.
Frühere Versuche zeigen Ergebnisse
Stechmücken gelten aufgrund ihrer Rolle bei der Verbreitung von Infektionskrankheiten als einige der tödlichsten Tiere der Welt. Nach Angaben von Euro Weekly News sind durch Mücken übertragene Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber und das West-Nil-Virus jedes Jahr weltweit für Hunderttausende von Todesfällen verantwortlich.
Eine der Zielmückenarten ist Aedes aegypti, von der bekannt ist, dass sie Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika-Virus, Chikungunya und Gelbfieber überträgt.
Ähnliche Programme zur Mückenbekämpfung auf der Grundlage von Wolbachia wurden bereits in Ländern wie Singapur und in Teilen der Vereinigten Staaten erprobt, wobei in einigen Versuchen eine Verringerung der betroffenen Mückenpopulationen um 70 bis 90 Prozent sowie ein Rückgang der Krankheitsübertragung festgestellt wurde.







