Wie berichtet von „Diário do Distrito“berichtet, zielt die Initiative nicht darauf ab, Elektro-Roller in Privatbesitz zu verbieten. Stattdessen wird vorgeschlagen, kommerzielle Sharing-Modelle einzustellen, während Privatpersonen weiterhin ihre eigenen Fahrzeuge kaufen und nutzen dürfen, sofern sie die portugiesischen Rechtsvorschriften einhalten.
Betreiber im Visier
Die Petition, deren Erstunterzeichner Diogo Fernandes Sousa ist, argumentiert, dass kommunale Maßnahmen die durch Sharing-Roller verursachten Probleme nicht angemessen gelöst haben.
Der Petition zufolge werden die Fahrzeuge regelmäßig auf Gehwegen und in anderen Fußgängerbereichen zurückgelassen, was für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, blinde oder sehbehinderte Fußgänger, ältere Menschen, Kinder und Eltern mit Kinderwagen ein Hindernis darstellen kann.
In dieser Petition wird zudem geltend gemacht, dass die große Anzahl an Rollern, die über Smartphone-Apps sofort verfügbar sind, zu unverantwortlichem Verhalten führen und die Durchsetzung von Vorschriften erschweren kann.
Die Organisatoren fordern daher einen einheitlichen nationalen Rechtsrahmen, der den kommerziellen Betrieb von E-Scooter-Sharing-Systemen in ganz Portugal verbietet.
Außerdem fordern sie, dass Betreiber verpflichtet werden, ihre Fahrzeuge auf eigene Kosten zu entfernen, wenn die Dienste eingestellt werden, sowie eine strengere Durchsetzung der Vorschriften zur Nutzung von E-Rollern.
Nachhaltige Mobilität
Die Debatte findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem einige portugiesische Gemeinden ihren Ansatz zur geteilten Mikromobilität überdenken.
Im Juni wurde Braga zu einem der bedeutendsten aktuellen Beispiele, als die Stadtverwaltung die Kündigung der Verträge mit den Betreibern von Elektro-Scooter-Sharing-Systemen in der Stadt genehmigte, nachdem die Zahl der Vorfälle sowohl im Straßenverkehr als auch beim Abstellen der Fahrzeuge zugenommen hatte.
Die Stadtverwaltung von Braga gab bekannt, dass laut Daten der PSP in der ersten Hälfte des Jahres 2026 37 Verkehrsunfälle mit Elektrorollern verzeichnet wurden, bei denen 33 Personen verletzt wurden, darunter zwei Schwerverletzte.
Zudem standen rund 500 Sharing-Roller zweier Unternehmen an etwa 240 Abstellstellen in der Gemeinde zur Verfügung. Den Betreibern wurde eine Frist von maximal 60 Tagen gesetzt, um die Roller aus der Gemeinde zu entfernen.
Braga erklärte, die Aussetzung solle Zeit schaffen, um neue Vorschriften zu erarbeiten, die eine Balance zwischen nachhaltiger Mobilität, Sicherheit, Barrierefreiheit und der Qualität des öffentlichen Raums gewährleisten.
Regulierungsansatz
Lissabon hat unterdessen eher einen regulierenden Ansatz verfolgt als ein vollständiges Verbot.
Zu den Vorschriften der Stadt gehören eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h, Einschränkungen hinsichtlich der Bereiche, in denen Sharing-Roller fahren dürfen, sowie ausgewiesene Abstellplätze; zudem wurden die Betreiber verpflichtet, zu verhindern, dass Nutzer eine Fahrt beenden, wenn ein Roller außerhalb eines zugelassenen Abstellplatzes abgestellt wurde.
Dieses Thema ist jedoch politisch weiterhin umstritten, da der Stadtrat von Lissabon zuvor empfohlen hatte, dass die Stadt eine eigene Verordnung für Sharing-Roller und andere Formen der geteilten „Soft Mobility“ veröffentlichen und vorantreiben solle.
Frühere Untersuchungen und Berichte haben zudem die Umweltdebatte rund um Sharing-Roller beleuchtet. Zwar können sie einige kurze Autofahrten ersetzen, doch ihre Herstellung, Abholung, Aufladung und Wartung können ihren Umweltvorteil im Vergleich zu Annahmen, die ausschließlich auf dem Fehlen von Abgasemissionen basieren, schmälern.
Nationale Lösung
Die jüngste Initiative argumentiert, dass die unterschiedlichen Ansätze der Kommunen nicht ausreichen und das Problem stattdessen auf nationaler Ebene angegangen werden sollte.
Die Befürworter verweisen auf Städte, die Sharing-Roller-Dienste eingeschränkt oder eingestellt haben, als Beweis dafür, dass lokale Regelungen die Bedenken hinsichtlich Parkmöglichkeiten, Zugänglichkeit, Sicherheit und Durchsetzung nicht immer ausräumen können.
Dieser Vorschlag zielt speziell auf das kommerzielle Sharing-Modell ab und nicht auf Elektroroller an sich.
Die Petition steht derzeit über die Plattform „Petição Pública“ zur öffentlichen Unterzeichnung bereit.








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