Die von den Fluggastrechte-Spezialisten von AirHelp erstellte Analyse ergab, dass Portugal unter den europäischen Ländern die höchsten durchschnittlichen Verspätungen verzeichnete, was den anhaltenden Druck auf die Luftfahrtbranche während der Hochsaison widerspiegelt.

Zwar waren Flughäfen in ganz Europa von Verspätungen betroffen, doch trugen Portugals starke Abhängigkeit vom Tourismus und der saisonale Flugverkehr zu besonders erheblichen Beeinträchtigungen bei, insbesondere an den verkehrsreichsten Flughäfen des Landes.

Tourismus und steigende Nachfrage

Portugal verzeichnete in den letzten Jahren eine Rekordzahl an internationalen Besuchern, was insbesondere in den Frühlings- und Sommermonaten zu einem zunehmenden Druck auf die Flughafeninfrastruktur und die Fluggesellschaften führte.

Lissabon, Porto und Faro verzeichnen während der Hauptreisezeiten einen erheblichen Anstieg der Passagierzahlen, während Einschränkungen durch die Flugsicherung, widrige Wetterbedingungen und Verspätungen bei der Flugzeugrotation in anderen Teilen Europas sich schnell auf Flüge von und nach Portugal auswirken können.

Obwohl viele Verspätungen ihren Ursprung außerhalb Portugals haben, kann die Vernetzung des europäischen Luftverkehrs dazu führen, dass Störungen in einem Land Auswirkungen auf den gesamten Kontinent haben.

Millionen verlorener Stunden

Der Bericht zeigt, dass europäische Passagiere in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt mehr als sieben Millionen Stunden mit Warten auf verspätete Flüge verbracht haben.

AirHelp erklärte, die Zahlen unterstrichen die anhaltenden betrieblichen Herausforderungen, mit denen Fluggesellschaften trotz der Erholung der Branche von der Pandemie konfrontiert sind, wobei Personalmangel, Überlastung des europäischen Luftraums und gestiegene Nachfrage gleichermaßen zu Verspätungen beitragen.

Kennen Sie Ihre Fluggastrechte

Reisende, die von langen Verspätungen betroffen sind, haben je nach Ursache der Störung und der den Flug durchführenden Fluggesellschaft möglicherweise Anspruch auf Entschädigung gemäß den britischen und EU-Verordnungen zu Fluggastrechten.

Gemäß der EU-Verordnung EG 261 haben Fluggäste Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 €, wenn ihr Flug mehr als drei Stunden Verspätung hat und die Verspätung im Einflussbereich der Fluggesellschaft lag. Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter, Flughafenschließungen oder bestimmte Beschränkungen der Flugsicherung sind in der Regel ausgenommen.

Fluggästen wird empfohlen, Bordkarten, Buchungsbestätigungen und Belege für während der Reise entstandene zusätzliche Kosten aufzubewahren, da diese bei der Geltendmachung eines Anspruchs erforderlich sein können.

Reiseaufkommen im Sommer dürfte weiterhin hoch bleiben

Da auch im Sommer weiterhin Millionen von Urlaubern verreisen, rechnen Luftfahrtexperten damit, dass die Flughäfen in Spitzenzeiten weiterhin stark ausgelastet sein werden.

Reisenden wird empfohlen, den Flugstatus vor der Abfahrt zum Flughafen zu überprüfen, zusätzliche Zeit für den Check-in und die Sicherheitskontrolle einzuplanen und die Benachrichtigungen der Fluggesellschaft im Falle von Flugplanänderungen zu verfolgen.