Die neuesten Zahlen deuten auf eine angespannte Lage auf dem Markt für Wohngemeinschaften in einer besonders schwierigen Jahreszeit hin, da sich Studierende auf den Beginn des akademischen Jahres vorbereiten und mit jungen Berufstätigen und anderen Mietinteressenten um die begrenzten Wohnmöglichkeiten konkurrieren.

Nach Angaben von Executive Digest ist das Angebot an zu vermietenden Zimmern um mehr als 25 % zurückgegangen, während die geforderten Mieten weiter gestiegen sind.

Die Zahlen verschärfen Portugals Wohnungsproblem zusätzlich. Ein Zimmer zu mieten war traditionell eine günstigere Alternative für Menschen, die sich keine ganze Wohnung leisten konnten oder wollten. Doch diese Lücke wird immer kleiner, da die Nachfrage nach Wohngemeinschaften steigt.

Wohngemeinschaften sind nicht mehr nur etwas für Studierende

Obwohl Studierende nach wie vor einen großen Teil des Marktes ausmachen, sind Zimmervermietungen zunehmend zu einer Option für junge Berufstätige, Menschen, die aus beruflichen Gründen in eine neue Stadt ziehen, und diejenigen geworden, die sich keine eigene Immobilie leisten können.

Frühere Daten der Immobilienplattform idealista veranschaulichen, wie schnell sich der Markt verändert hat. Im Jahr 2024 lag die mittlere Angebotsmiete für ein Zimmer in ganz Portugal bei rund 450 € pro Monat, wobei Lissabon bereits etwa 550 € erreichte. Zu diesem Zeitpunkt war das Angebot an Zimmern tatsächlich erheblich gestiegen und lag um 57 % über dem Vorjahreswert.

Zwei Jahre später deutet der gemeldete Rückgang der Verfügbarkeit darauf hin, dass potenzielle Mieter nun mit einem ganz anderen Markt konfrontiert sind.

Besonders spürbar ist der Druck in Portugals größten Städten und Universitätszentren, wo die jährliche Wohnungssuche im Spätsommer eine weitere Nachfragewelle auslöst.

Ein schwieriger Start für Studierende

Der Zeitpunkt ist von Bedeutung. Tausende von Studierenden werden vor Beginn des neuen Studienjahres nach einer Unterkunft suchen, und ein Zimmer, das mehr als 500 € pro Monat kostet, kann einen erheblichen Teil des monatlichen Familienbudgets ausmachen, noch bevor Ausgaben für Lebensmittel, Transport und sonstige Kosten berücksichtigt werden.

Das bedeutet auch, dass das Teilen einer Wohnung für junge Mieter nicht mehr unbedingt der kostengünstige Einstieg ist, der es früher einmal war.

Die Preise variieren je nach Lage erheblich. Dennoch gibt es außerhalb der begehrtesten Gegenden noch freie Zimmer. Da jedoch immer weniger Wohnungen ausgeschrieben werden und die Nachfrage mit dem Herannahen des Septembers steigen dürfte, haben diejenigen, die jetzt mit der Suche beginnen, möglicherweise weniger Auswahl und müssen mit deutlich höheren Kosten rechnen als noch vor wenigen Jahren.