Die realen Preise für Wohnimmobilien lagen um 15,2 % höher als im Vorjahr. Nordmazedonien folgte mit einem Anstieg von 12,5 %, während Bulgarien ein Wachstum von 10,8 % verzeichnete.
Die portugiesischen Zahlen erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem sich der globale Immobilienmarkt in die entgegengesetzte Richtung bewegt. Weltweit sanken die realen Immobilienpreise im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 %, verglichen mit einem Rückgang von 0,5 % in den letzten drei Monaten des Jahres 2025.
Die Zahlen der BIZ sind inflationsbereinigt und vermitteln so ein klareres Bild davon, wie sich die Immobilienpreise real entwickeln. Nominal, also vor Berücksichtigung der Inflation, stiegen die weltweiten Immobilienpreise um 1,7 %.
Portugal sticht in Europa hervor
Die realen Immobilienpreise in den Industrieländern sanken laut BIZ im Jahresvergleich um 0,2 %, während die Schwellenländer einen Rückgang von 2 % verzeichneten.
Einige der weltweit größeren Immobilienmärkte verzeichneten deutlich stärkere Einbrüche. In China und Kanada sanken die Preise um 7 %, während die USA und Großbritannien jeweils Rückgänge von 2 % verzeichneten.
Europa hat sich insgesamt besser entwickelt. Die realen Immobilienpreise im Euroraum stiegen um 2,6 %, wobei Spanien einen Anstieg von 10 % und Italien von 4 % verzeichnete.
Der Anstieg in Portugal lag damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt.
Der Wohnungsmarkt steht weiterhin unter Druck
Die Wohnungsknappheit in Portugal ist weiterhin ein großes Problem, insbesondere in Gebieten mit besonders starker Nachfrage.
Lissabon, Porto und die Algarve verzeichnen alle einen erheblichen Druck seitens der Käufer und Mieter, darunter auch internationale Einwohner. Gleichzeitig hat das Wohnungsangebot Mühe, mit der Nachfrage Schritt zu halten.
Dieser Druck spiegelt sich in den jüngsten Zahlen zu den Angebotspreisen wider.
Den neuesten Datenvon idealista zufolgelag der Median der Angebotspreise in Portugal Ende August bei 3.207 € pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Vergleich zum Juli blieben die Preise nahezu unverändert, was darauf hindeutet, dass der Markt möglicherweise an Schwung verliert.
Die Algarve bleibt einer der teuersten Immobilienmärkte des Landes. Faro verzeichnete im August einen jährlichen Anstieg von 18,3 % – den größten Zuwachs unter den Bezirkshauptstädten und Hauptstädten der autonomen Regionen Portugals.
Es ist anzumerken, dass diese Zahlen die Angebotspreise widerspiegeln, während die BIZ-Zahlen auf Daten zu Wohnimmobilienpreisen basieren. Sie sind nicht direkt vergleichbar, zeigen jedoch gemeinsam, dass die Preise weiterhin unter erheblichem Druck stehen.
Wie geht es weiter?
Die Regierung versucht, den Wohnungsbau anzukurbeln, unter anderem durch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf förderfähige Bauvorhaben auf 6 % sowie durch Maßnahmen zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Diese Änderungen könnten letztendlich dazu beitragen, das Angebot zu erhöhen, aber sie werden nicht über Nacht Tausende neuer Wohnungen hervorbringen. Bauprojekte brauchen Zeit, insbesondere in einem Markt, in dem Planung, Verfügbarkeit von Bauland und Arbeitskosten Einfluss darauf haben können, wie schnell neue Immobilien Käufer finden.
Derzeit bleibt Portugal eine auffällige Ausnahme vom allgemeinen globalen Trend auf dem Wohnungsmarkt.
Während die Immobilienpreise in vielen großen Volkswirtschaften gesunken sind, steigen die Preise in Portugal weiter an. Für Menschen, die vor Ort eine Immobilie kaufen möchten, bieten die neuesten Zahlen kaum Anzeichen dafür, dass der Druck auf die Erschwinglichkeit bald nachlassen wird.









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