Die vom portugiesischen Verband gegen Fettleibigkeit bei Kindern (APCOI) entwickelte Initiative „Fruit Heroes“ (Heróis da Fruta) wurde in einer Studie evaluiert, die im European Journal of Nutrition im Juni veröffentlicht wurde. Diese Untersuchung untersuchte die Auswirkungen der Initiative auf Kinder im Alter von drei bis elf Jahren und kam zu dem Schluss, dass die Maßnahme mit einem signifikanten Anstieg des Obstkonsums einherging.

Wie die APCOI berichtet, läuft das Programm seit 2011 und hat mittlerweile mehr als eine Million Kinder in ganz Portugal erreicht. An der Ausgabe 2025/26 nahmen Schüler aus allen Bezirken und den autonomen Regionen teil, darunter die Algarve, die Azoren und Madeira.

Die aktuelle Studie liefert eine wissenschaftliche Bewertung eines Programms, das an portugiesischen Schulen bereits in großem Umfang eingesetzt wurde. Forscher des Instituts für Umweltgesundheit an der Medizinischen Fakultät der Universität Lissabon arbeiteten gemeinsam mit APCOI daran , festzustellen, ob die Initiative Kinder dazu anregen könnte, regelmäßiger Obst zu essen und dieses Verhalten langfristig beizubehalten.

Die ersten Wochen

Im Rahmen dieser Studie wurden 1.016 Kinder aus 64 Vorschulen und Grundschulen beobachtet, für die vollständige Daten vor und nach der Intervention vorlagen. Unter den Kindern, deren Obstverzehr anfangs unzureichend war, hatte mehr als die Hälfte bis zum Ende des 12-wöchigen Programms einen regelmäßigen Obstverzehr in der Schule etabliert.

Die Forscher stellten fest, dass der größte Teil der Verbesserung in den ersten vier Wochen stattfand, da der durchschnittliche Gesamtobstkonsum nach der Intervention von 2,09 auf 2,44 Portionen pro Tag anstieg. Kinder, die zuvor bereits an dem Programm teilgenommen hatten, erfüllten zu Beginn einer neuen Intervention mit 2,24-mal höherer Wahrscheinlichkeit bereits die Empfehlungen zum Obstkonsum.

Das Programm nutzt eine Kombination aus Geschichtenerzählen, Gamifizierung und wiederholter positiver Verstärkung, wobei die Lehrkräfte etwa 15 Minuten für Aktivitäten rund um fiktive „Obsthelden“ aufwenden, die durch den Verzehr von Obst ihre „Superkräfte“ erlangen.

Dieser Ansatz zielt darauf ab, gesunde Entscheidungen vertraut und angenehm zu gestalten, anstatt den Kindern lediglich Ernährungsinformationen zu vermitteln.

Besonders bemerkenswert an der Studie ist die Verwendung der Kaplan-Meier-Überlebensanalyse, um zu untersuchen, wie schnell die Kinder ein regelmäßiges Obstverzehrverhalten entwickelten. Den Forschern zufolge half dies dabei, den Zeitpunkt der Verhaltensänderungen nachzuweisen, und lieferte Belege dafür, dass wiederholte Konfrontation dazu beitragen kann, gesündere Gewohnheiten zu festigen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Da der Großteil der Verhaltensänderungen im ersten Monat beobachtet wurde, überdachte APCOI die erforderliche Laufzeit des Programms und passte die Intervention von ihrem bisherigen 12-Wochen-Format auf ein kürzeres 5-Wochen-Modell an.

Mário Silva, Präsident von APCOI, erklärte, die internationale Veröffentlichung untermauere wissenschaftlich, was Lehrkräfte und Eltern bereits in den Schulen beobachtet hatten, und bezeichnete das Programm als ein leicht zugängliches Instrument, das Schulen dabei helfe, ein gesünderes Umfeld zu schaffen.

Raquel Martins, leitende Forscherin, hob hervor, wie wichtig es sei, Kindern wiederholt positive Gelegenheiten zu bieten, gesündere Entscheidungen zu treffen, anstatt sich ausschließlich auf Ernährungserziehung zu verlassen.

Die Ergebnisse stehen zudem im Einklang mit den bestehenden Leitlinien der portugiesischen Generaldirektion für Gesundheit (DGS), die Obst und Gemüse als wichtige Bestandteile einer gesunden Ernährung identifiziert und die Rolle sowohl der Familien als auch der Schulen bei der Etablierung gesunder Ernährungsgewohnheiten betont.

Eine Herausforderung für Kinder

Diese Studie steht vor dem Hintergrund der Besorgnis über den unzureichenden Obst- und Gemüsekonsum bei jungen Menschen in Portugal.

Die Daten der DGS zeigen, dass 69 Prozent der portugiesischen Kinder die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse pro Tag nicht erfüllen, und auf den Azoren liegt dieser Anteil mit 69,3 Prozent sogar noch höher.

Einrichtungen werden bereits durch das portugiesische Schulprogramm unterstützt, das Kindern an staatlichen Schulen Obst, Gemüse und Milch zur Verfügung stellt und darauf abzielt, deren Verzehr zu steigern, da auch die Leitlinien der DGS Obst als Bestandteil der Mahlzeiten und Snacks von Kindern empfehlen.

Laut APCOI hat „Fruit Heroes“ seit seinem Start die täglichen Ernährungsgewohnheiten von mehr als einer Million Kindern verbessert; allein im Schuljahr 2024/25 nahmen 79.128 Schüler an 1.105 Schulen daran teil.