James Batchelor hat den neuen SUV L8 getestet, um das herauszufinden.

Was ist das?

Ein neuer Tag, eine neue chinesische Automarke. Lernen Sie Lepas kennen – einen neuen Namen, der sich zum Ziel gesetzt hat, etablierten Akteuren wie Volkswagen und Toyota Konkurrenz zu machen, aber auch wohlhabendere Kunden von ihren Premiummarken abzuwerben.

Lepas – eine Wortschöpfung aus „Leopard“ und „Passion“ – ist das neueste Projekt des chinesischen Automobilgiganten Chery. Das Unternehmen hat mit seinen Marken Omoda und Jaecoo sowie mit SUVs unter eigenem Namen bereits große Verkaufserfolge erzielt. Doch das Unternehmen ist überzeugt, dass es noch mehr tun kann, um die Herzen der britischen Käufer zu gewinnen, und die Marke Lepas mit ihren hochgesteckten Zielen ist die Antwort darauf.

Was ist neu?

Es mag neu klingen, doch der Lepas L8 greift auf einige sehr vertraute Komponenten zurück. Technisch hat er viel mit seinen Schwestermarken Chery, Omoda und Jaecoo gemeinsam – eine Strategie, mit der der Volkswagen-Konzern großen Erfolg hatte.

Die Antriebskraft stammt aus demselben SHS-„Super-Hybrid-System“, das auch in einer ganzen Reihe von Chery-Modellen zum Einsatz kommt.

Was steckt unter der Motorhaube?

Es handelt sich um einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit Turbolader, kombiniert mit einem Elektromotor und einer 18,4-kWh-Batterie. Die Leistung liegt bei 275 bhp, die Reichweite im reinen Elektrobetrieb bei bis zu 56 Meilen. Das ist eher durchschnittlich als herausragend – ein Citroën C5 Aircross schafft 53 Meilen, während ein Toyota RAV4 laut Herstellerangaben sogar 85 Meilen aus dem Tank herausholt. Der L8 verfügt zudem über eine Gleichstrom-Schnellladefunktion mit bis zu 40 kW sowie Vehicle-to-Load (V2L) mit bis zu 6,6 kW.

Obwohl der Antriebsstrang als Plug-in-Hybrid bezeichnet wird, verhält er sich in der Praxis eher wie ein Range-Extender. Beim Fahren wird der Elektrobetrieb priorisiert, wobei der Benzinmotor bei Bedarf zugeschaltet wird.

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Wie fährt er sich?

Da er über die gleiche Technik wie mehrere andere Fahrzeuge der Chery-Gruppe verfügt, ist es kaum überraschend, dass sich der Lepas L8 sehr vertraut fährt.

Zwar kann er es in puncto Fahrspaß nicht mit einem Ford Kuga PHEV aufnehmen, doch überzeugt der L8 in einem Bereich, der für die meisten Käufer wichtiger ist – der Benutzerfreundlichkeit. Zwar ist das Fahrverhalten bei fast allen Geschwindigkeiten etwas unruhig und in Kurven macht sich ein leichtes Wackeln bemerkbar, doch für einen Familien-SUV wie diesen ist das kein wirkliches Problem.

Die Lenkung fühlt sich spürbar präziser und besser ausbalanciert an als bei jedem früheren Chery- oder Jaecoo-Modell, das ich gefahren bin, und der L8 ist während der Fahrt äußerst leise. Das liegt vor allem an den vorwiegend elektrischen Fahreigenschaften des Antriebsstrangs, aber auch an der doppelten Glasstärke der vorderen Seitenfenster und der aktiven Geräuschunterdrückung. Beide Ausstattungsmerkmale gehören bei der Top-Ausstattungsvariante zur Serienausstattung.

Wie sieht er aus?

Lepas sagt, seine Autos hätten im Vergleich zu den Schwestermodellen von Chery, Omoda und Jaecoo eher ein elegantes Flair und seien darauf ausgelegt, eine anspruchsvollere Kundschaft anzusprechen.

Das ist zwar größtenteils Marketing-Rhetorik, doch der L8 hat im Vergleich zu den Omoda-Modellen zweifellos ein europäischeres Erscheinungsbild. Aus den meisten Blickwinkeln betrachtet ist das Design recht schlicht, wenn auch unauffällig, mit glatten Oberflächen und wenig Verzierung. Von hinten erinnert es ein wenig an den Porsche Cayenne, während das einzige echte Beispiel für gestalterisches Flair die Frontpartie ist, die mehr als nur eine flüchtige Ähnlichkeit mit einem Genesis GV70 aufweist.

Wie sieht es im Innenraum aus?

Auch hier gilt: Wer in letzter Zeit schon einmal in einem Modell von Chery oder Jaecoo gesessen hat, wird im L8 kaum Überraschungen erleben. Es herrscht ein ähnlich minimalistischer Look mit einem stark auf Touchscreens ausgerichteten Design. Der 13,2-Zoll-Touchscreen im Hochformat ist relativ einfach zu bedienen, und es gibt eine kleine Reihe physischer Tasten. Was jedoch wie ein Lautstärkeregler aussieht, steuert tatsächlich die Fahrmodi, was ziemlich seltsam ist, und es gibt keine Schnellfunktion, um das ADAS zu deaktivieren – aber Lepas verspricht, dass man an einer Lösung dafür arbeitet.

Der Innenraum ist hier das eigentliche Highlight. Vorne ist reichlich Platz vorhanden, aber der Fond gleicht regelrecht einer Limousine. Es gibt jede Menge Beinfreiheit und Kopffreiheit im Fond, und sowohl die Vorder- als auch die Rücksitze lassen sich zurücklehnen – die Vordersitze können auf Wunsch sogar komplett flach gestellt werden. Das Kofferraumvolumen beträgt 507 Liter, was deutlich mehr ist als bei den meisten Konkurrenten.

Die einzige echte Enttäuschung war für mich die Verarbeitungsqualität im Innenraum. Zwar gibt es an den Türen und am Handschuhfachdeckel für meinen Geschmack etwas zu viel Hartplastik, doch ist kein spürbarer Fortschritt gegenüber den günstigeren Chery-Modellen zu erkennen. Das zeigt, wie hochwertig selbst die Einstiegsmodelle im Imperium der Chery Group sind, und lässt mich fragen, warum man für einen Lepas einen Aufpreis zahlen sollte, wenn es kaum einen spürbaren Unterschied in der Innenraumqualität gegenüber einem Chery oder einem Omoda gibt.

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Wie sieht die Ausstattung aus?

Sehr gut – aber hättet ihr wirklich etwas anderes erwartet? Die Einstiegsvariante „Essence“, für 34.900 £ verfügt über 19-Zoll-Leichtmetallfelgen im Diamantschliff, eine akustisch laminierte Windschutzscheibe, ein Panorama-Schiebedach mit elektrischer Sonnenblende, Sitze aus Stoff und in Lederoptik, den großen zentralen Touchscreen und ein 10,25-Zoll-Digitaldisplay für den Fahrer sowie eine kabellose Ladestation mit Kühlfunktion. Seltsamerweise ist diese Ausstattungsvariante 270 £ günstiger als der Jaecoo 7 Plug-in-Hybrid, obwohl der Lepas innerhalb der Chery-Markengruppe angeblich hochwertiger positioniert ist

Für einen Aufpreis von 3.000 £ bietet die „Elevate“-Ausstattung zusätzlich größere 20-Zoll-Räder, laminierte vordere Seitenfenster und aktive Geräuschunterdrückung, einen sechsfach elektrisch verstellbaren Fahrersitz und einen vierfach verstellbaren Beifahrersitz, beheizbare und belüftete Vordersitze mit Massagefunktion, eine Ambientebeleuchtung mit 256 Farben, ein Duft-System für den Innenraum, einen klappbaren Tisch im Stil von Bentley an der Rückseite des Beifahrersitzes, ein Sony-Soundsystem und vieles mehr.

Fazit

Der Lepas L8 ist ein weiteres Beispiel dafür, warum sich die chinesischen Marken in Großbritannien so gut behaupten – es ist ein gut ausgestattetes, geräumiges, kultiviertes und überraschend luxuriös anmutendes Auto zu einem guten Preis. Das Premium-Gefühl und das Image, das Lepas zu vermitteln versucht, sind jedoch etwas schwerer nachzuvollziehen, insbesondere da günstigere Modelle von Chery und Omoda beeindruckend gut ausgestattet und veredelt sind. Auf dem Papier sollte der L8 ein edler Jaecoo 7 sein, ist es aber nicht.

Doch der L8 ist erst der Anfang, und es spricht alles dafür, dass Lepas ein weiterer Verkaufserfolg wird.

Daten auf einen Blick

Getestetes Modell: Lepas L8 Elevate

Preis: 37.900 £

Motor: 1,5-Liter-Turbobenziner mit Elektromotor

Leistung: 275 bhp

Drehmoment: 364 Nm

Höchstgeschwindigkeit: 111 mph

0–60 mph: 7,7 Sekunden

MPG: 403,5

Emissionen: 21 g/km

Reine Reichweite im Elektrobetrieb: 56 Meilen

Maximale Ladeleistung: 40 kW