Der Durchschnittslohn der Arbeitnehmer in Portugal stieg im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,1 %, wodurch sich die durchschnittliche monatliche Bruttovergütung auf 1.835 € belief. Nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik (INE) verlangsamte sich das Lohnwachstum leicht um 0,3 Prozentpunkte gegenüber den im ersten Quartal des Jahres verzeichneten 5,4 %.
Inflationsbereinigt – die Inflationsrate beschleunigte sich in diesem Zeitraum auf 3,3 % im Jahresvergleich – belief sich der reale Zuwachs des durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens auf 1,8 %.
Eine Analyse der verschiedenen Einkommenskomponenten zeigt ähnliche Trends sowohl beim regulären Entgelt als auch beim Grundentgelt. Das reguläre Entgelt, in dem saisonale Zahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht enthalten sind, stieg nominal um 5,1 % und erhöhte sich damit von 1.366 € im Juni 2025 auf 1.436 € im gleichen Monat des Jahres 2026. Gleichzeitig stieg auch das Grundgehalt um 5,1 % und erreichte 1.342 €.
Real stieg die Komponente des regulären Entgelts um 1,8 % und das Grundgehalt um 1,7 %, was bestätigt, dass die beschleunigten Preissteigerungen einen Großteil der durch die gewährten absoluten Lohnerhöhungen gewonnenen Kaufkraft wieder zunichte machten.
Branchenunterschiede und das Gefälle zwischen öffentlichem und privatem Sektor
Eine Aufschlüsselung nach Wirtschaftszweigen zeigt deutliche Asymmetrien in der nationalen Lohnstruktur. Im Juni 2026 reichten die Durchschnittswerte von einem Tiefstwert von 1.180 € in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei bis zu einem Höchstwert von 3.986 € im Sektor der Strom-, Gas-, Dampf- und Klimaversorgung.
Im Jahresvergleich lag der Agrarsektor jedoch mit einem Anstieg von 8,8 % an der Spitze. Im Vergleich dazu verzeichnete der Energiesektor die geringste nominale Veränderung (0,4 %), was zu einem realen Rückgang des Durchschnittslohns in diesem Sektor um 2,7 % führte.
Offizielle Statistiken zeigen zudem ein anhaltendes Lohngefälle zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor. In der öffentlichen Verwaltung stieg die durchschnittliche Gesamtvergütung nominal um 3,7 % (real um 0,4 %) und erreichte 2.792 €.
Im privaten Sektor hingegen, auf den über 80 % der Erwerbsbevölkerung des Landes entfallen, stiegen die Durchschnittsverdienste nominal um 5,5 % und real um 2,2 % auf 1.654 €.
Das INE (Nationales Statistikinstitut) stellt fest, dass sich diese Diskrepanz hauptsächlich durch die Altersstruktur, die gesammelte Berufserfahrung und das höhere Qualifikationsniveau im öffentlichen Sektor erklären lässt, wo 56,9 % der Beschäftigten über einen Hochschulabschluss verfügen, verglichen mit 26,7 % im privaten Sektor.








Follow us on social media