Im Rahmen der Analyse wurden 23 europäische Fluggesellschaften anhand des RASK-Werts (Revenue per Available Seat Kilometre) verglichen, einem Indikator, der messen soll, wie viel Umsatz Fluggesellschaften pro geflogenem Sitzplatz erzielen.

Diese Kennzahl berücksichtigt zusätzliche Einnahmequellen wie aufgegebenes Gepäck und Sitzplatzauswahl und stützt sich nicht allein auf die ausgeschriebenen Flugpreise.

Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften

Wizz Air führte die Liste der günstigsten Fluggesellschaften mit einem RASK von 4,33 € pro Passagierkilometer an, während Ryanair mit 5,56 € folgte; TAP gehörte ebenfalls zu den drei günstigsten Fluggesellschaften, die in die Studie einbezogen wurden.

TAP verzeichnete im Jahr 2025 einen RASK von 6,96 €, nach 7,13 € im Vorjahr; durch die Senkung um 0,17 Cent belegte die portugiesische Fluggesellschaft Platz 17 im AirAdvisor-Rankingder teuersten Fluggesellschaften.

Am anderen Ende der Skala verzeichnete Widerøe 32 Cent pro Sitzkilometer – deutlich mehr als jede andere untersuchte Fluggesellschaft –, was vor allem auf ihr einzigartiges Betriebsmodell zurückzuführen ist: eine Flotte von rund 70 Turboprop-Flugzeugen, die kurze, dünn besiedelte Inlandsstrecken in ganz Norwegen bedienen.

Fluglinienmarkt

Anton Radchenko, CEO von AirAdvisor, erklärte, Widerøe solle eigentlich getrennt vom traditionellen europäischen Flugmarkt betrachtet werden, da die Fluggesellschaft oft die einzige Linienverbindung für abgelegene Gemeinden darstelle.

Ohne Widerøe wies British Airways mit 8,88 Cent pro Passagierkilometer den höchsten RASK auf, gefolgt von Air France mit 8,50 Cent und Lufthansa mit 8,45 Cent.

British Airways war zudem die einzige Fluggesellschaft unter den teuersten Anbietern, die zwischen 2024 und 2025 einen nennenswerten Anstieg verzeichnete, wobei ihr RASK um 0,38 Cent von 8,50 auf 8,88 Cent stieg, während Air France einen Anstieg um 0,07 Cent verzeichnete und Lufthansa einen Rückgang um 0,10 Cent hinnehmen musste.

Umsatzmodelle

Die Studie ergab, dass neun der 14 untersuchten großen europäischen Fluggesellschaften im vergangenen Jahr ihren Umsatz pro verfügbarem Sitzkilometer reduzierten.

Ryanair verzeichnete den stärksten Rückgang: Der Wert sank um 2,87 Cent von 8,43 auf 5,56 Cent, was einem Rückgang von rund 34 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht.

Auch Finnair verzeichnete einen erheblichen Rückgang von 7,97 auf 6,22 Cent, während Iberia von 8,24 auf 7,08 Cent zurückging.

Radchenko fügte hinzu, dass die Zahlen auf einen zunehmend ausgeprägten Unterschied zwischen den Erlösmodellen traditioneller Full-Service-Fluggesellschaften und Massenfluggesellschaften hindeuten.

Reisekosten

Für Passagiere, so argumentierte er, könne die Wahl der Fluggesellschaft auf Strecken, auf denen mehrere Anbieter miteinander konkurrieren, mittlerweile einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtkosten einer Reise haben.

Laut dem Geschäftsführer von AirAdvisor wird die Differenz zwischen den teuersten und den günstigsten Kategorien zunehmend in mehreren Cent pro Kilometer gemessen und nicht mehr in Cent-Bruchteilen.

AirAdvisor gab an, dass die Differenz von 4,55 Cent zwischen dem höchsten und dem niedrigsten RASK in der Studie bei einer Reise über 1.157 Kilometer etwa 52 € pro Sitzplatz ausmachen würde.

Die fünf Fluggesellschaften, die ihren RASK im Jahr 2025 erhöhten, taten dies alle um weniger als 0,38 Cent, wobei British Airways den größten Anstieg verzeichnete.